Judith
Herzberg

Autorin

*1934 in Amsterdam, veröffentlicht auch unter den Pseudonymen Christine de Hondt, Eva de Vries und Marta de Vries. Während der Nazizeit lebten Judith Herzberg und ihre beiden Geschwister getrennt voneinander in wechselnden nichtjüdischen Familien auf dem Land; die Eltern wurden 1943 ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert und von dort im April 1945 mit einem Todestransport nach Theresienstadt geschickt. Der Zug wurde von der Roten Armee abgefangen und die Familie konnte im Juni 1945 wieder vereint werden.
Judith Herzberg gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Lyrikerinnen und Theaterautorinnen der Niederlande. 1979 etablierte sie sich mit „Eine Frau wie Eva“ auch als Drehbuchautorin. Auch wenn einige ihrer Theaterstücke schon auf deutschsprachigen Bühnen aufgeführt wurden, ist sie hierzulande als Dramatikerin fast unbekannt und hat sich am ehesten als Lyrikerin einen Namen gemacht. Außerdem hat sie Euripides und Strindberg ins Niederländische übersetzt.
Judith Herzberg hat bereits eine ganze Reihe von renommierten Preisen und Auszeichnungen erhalten, darunter die niederländischen Preise Constantijn Huygensprijs (1994) und P.C. Hooftprijs (1997), jeweils für ihr Lebenswerk.
Am Schauspielhaus Bochum hatte ihr Stück „Leas Hochzeit“ im Mai 2015 Premiere in den Kammerspielen.