Pressemitteilungen

22.08.2016

Pressebrief September 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die neue Spielzeit startet am 16. September mit einer neuen Inszenierung von Jan Klata. Der Intendant des polnischen Nationaltheaters Stary in Krakau ist einer der renommiertesten Theatermacher Osteuropas und hat neben diversen Inszenierungen in Polen zuletzt am berühmten Moskauer Künstlertheater Shakespeares „Macbeth“ inszeniert. Mit Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“ zeigt er jetzt seine vierte Arbeit am Schauspielhaus Bochum. Der weltberühmte Roman ist eine der größten Kriminalgeschichten der Weltliteratur und erzählt von Größenwahn, Schuld und Reue. Jan Klata und sein Dramaturg Olaf Kröck haben für die Bühnenadaption die Übersetzung von Swetlana Geier verwendet. Die Figur des Raskolnikow ist mit der Ausnahmeschauspielerin Jana Schulz besetzt, die zum ersten Mal mit dem Regisseur zusammenarbeitet.
 
Zum zweiten Mal hat die junge Autorin Laura Naumann ein Auftragswerk für das Schauspielhaus Bochum verfasst: Nach „Raus aus dem Swimmingpool, rein in mein Haifischbecken“ nun ein weiteres Stück mit einem so schwer merkbaren wie verheißungsvollen Titel: „Manchmal hat die Liebe regiert und manchmal einfach niemand“. Abermals untersucht sie darin anhand einer locker gefügten Reihe von Personen die Frage, wie wir leben wollen, und welche Geschichten wir erzählen, wenn wir von unserem Leben sprechen. Die Uraufführung ist am 18. September in den Kammerspielen. Es inszeniert erstmals in Bochum der Regisseur Jan Gehler, dessen Uraufführung von Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ zum Theaterfestival Radikal Jung sowie zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen war und der sich als Hausregisseur am Staatsschauspiel Dresden zu einem der bekanntesten Regisseure seiner Generation entwickelt hat.
 
Das Erfolgsteam von „Monty Python’s Spamalot“ ist zurück. Ihre neue Premiere im Schauspielhaus ist am 24. September „Weekend im Paradies“. Christian Brey hat die Komödie von Franz Arnold und Ernst Bach über Wochenend-kavaliere und Sonntagsbräute, über berufliche Initiative und unverhoffte Aufstiegschancen im Ministerium in den 1960er Jahren angesiedelt. Die Bühne und die Kostüme hat seine Ausstatterin Anette Hachmann entworfen und als Musikalischer Leiter ist erneut Tobias Cosler mit von der Partie. Im Weekend-Hotel treffen die Ministeriumsangestellten unter anderem auf vier tanzende „Bombay-Babes“, choreografiert von Paul Kribbe, „Die Tiger von Eschnapur“ – die Hotelband – und vor allem in ungewohnten Konstellationen aufeinander. Turbulenzen sind hier vorprogrammiert.
 
Die Ruhrtriennale ermöglicht mit ihrer Campustriennale Masterclass bereits im zweiten Jahr Nachwuchstalenten zusammen mit international renommierten Künstlern und Dramaturgen ihre Projektideen zu realisieren. Unter dem Titel „Zwischen Welten“ beschäftigen sich die Kollektive mit Situationen des Umbruchs, Übergangs und Transits. Larissa Bischoff und Ksenia Ravvina widmen sich in „Adolescence“am Schauspielhaus Bochum der schwierigen Zeit der Pubertät, mit dem Zwischenzustand, nicht mehr Kind, aber noch nicht erwachsen zu sein. Am Ringlokschuppen Ruhr und am Schauspiel Essen werden mit dem Phänomen Gentrifizierung und dem Transit-Ort Autobahnraststätte weitere „Zwischen Welten“ erkundet. Die Inszenierungen in Mülheim, Essen und Bochum können per Kombiticket und Bustransfer an einem Abend nacheinander besucht werden. Die Uraufführung ist am 17. September.
 
Herzliche Grüße
Christine Hoenmanns

04.05.2016

DIE SAISON 2016/2017 IM SCHAUSPIELHAUS BOCHUM

„Im Jahr der Kulturhauptstadt haben wir unsere Arbeit am Schauspielhaus Bochum begonnen. Nun legen wir das Programm für die siebte Saison vor. In den vergangenen Jahren war unsere Arbeit durch die angespannte ökonomische Situation des Theaters nicht immer leicht. Doch mit Stolz können wir sagen, dass es uns aus eigener Kraft gelungen ist, das Schauspielhaus Bochum wieder wirtschaftlich solide aufzustellen. Besonders freue ich mich, dass wir trotz der Sparzwänge über all die Jahre ein inhaltlich wie künstlerisch anspruchsvolles Programm bieten konnten. Wir haben die unterschiedlichsten Regiehandschriften von jungen und arrivierten Künstlern präsentiert, internationale Regisseure nach Bochum geladen, eine Vielzahl von Ur- und Erstaufführungen gezeigt, mit den Arbeiten von Renegade den Tanz zurück ans Haus geholt, haben das Junge Schauspielhaus gestärkt, das Theater in die Stadt und in die Region geöffnet, uns mit der lokalen und überregionalen freien Theaterszene vernetzt und mit dem „Detroit-Projekt“ große Aufmerksamkeit auf eine der größten Herausforderungen der Stadt Bochum lenken können.“
 
Anselm Weber, aus dem Vorwort des Spielzeitmagazins 2016/2017 
 
 
Die Spielzeit 2016/2017
 
Anselm Weber und sein Team haben für die siebte und letzte Spielzeit der laufenden Intendanz erneut einen Spielplan zusammengestellt, der eine große Vielfalt von Inhalten und Ästhetiken präsentiert. Wie in den Jahren zuvor ist es gelungen, international bekannte Künstler wie Paul Koek und Jan Klata nach Bochum einzuladen. Die Autorin Laura Naumann hat im Auftrag des Schauspielhauses ein neues Stück geschrieben und das Ensemble Renegade zeigt eine Retrospektive auf sieben Jahre Tanz mit „Renegade in Residence“ am Schauspielhaus Bochum. Zudem kooperiert das Schauspielhaus mit Künstlern der freien Szene wie kainkollektiv aus Bochum und Rimini Protokoll. Als Kooperation mit der Ruhrtriennale gibt es eine Masterclass, außerdem beteiligt sich das Schauspielhaus an einem internationalen Theaterprojekt des Regisseurs Robert Schuster. Auch das Junge Schauspielhaus gestaltet wieder einen breitgefächerten Spielplan für Klein und Groß auf allen Bühnen sowie Workshops, Theaterclubs und ein theaterpädagogisches Begleitprogramm.
 
Geplant sind über 20 Neuproduktionen mit insgesamt fünf Uraufführungen und einer deutsch-sprachigen Erstaufführung. Neben u. a. Barbara Bürk, Hermann Schmidt-Rahmer, Anselm Weber und Hausregisseur Roger Vontobel werden erstmals Jan Gehler, Jan-Christoph Gockel und Hasko Weber am Schauspielhaus inszenieren.
 
Eröffnung im September: Die neue Spielzeit startet am 16. September 2016 mit einer Inszenierung von Jan Klata. Der polnische Regisseur und Intendant des Stary Teatr Kraków setzt „Verbrechen und Strafe“ von Fjodor M. Dostojewski und damit eine der größten Kriminalgeschichten der Weltliteratur für das Schauspielhaus in Szene und erzählt von Größenwahn, Schuld und Reue. Die Rolle des Raskolnikow wird Jana Schulz spielen. Am gleichen Wochenende, am 18. September, kommt das neue Stück der Autorin Laura Naumann zur Uraufführung in den Kammerspielen. „Manchmal hat die Liebe regiert und manchmal einfach niemand“ entstand als Auftragswerk für das Schauspielhaus Bochum. An einer lose zusammengefügten Gruppe von Menschen spielt Laura Naumann die Fragen durch, die unser Leben bestimmen. Was steuert unsere Entscheidungen: Zufall oder Schicksal? Das, was wir uns angewöhnt haben „ich“ zu nennen? Oder manchmal auch die Liebe? Regie führt Jan Gehler, der u. a. am Thalia Theater Hamburg und am Maxim Gorki Theater Berlin inszeniert und am Staatsschauspiel Dresden Hausregisseur war.

Rund eine Woche später zeigt das Schauspielhaus die dritte Bochumer Arbeit von Christian Brey, der mit „Weekend im Paradies“ von Franz Arnold und Ernst Bach erneut sein Talent für Komödien unter Beweis stellen wird (24.9.2016, Schauspielhaus). In einem zweiten Eröffnungs-Premierenblock hat im Oktober Molières „Tartuffe“, inszeniert von Hermann Schmidt-Rahmer (22.10.2016, Schauspielhaus), und „Die Verwandlung“ von Franz Kafka Premiere (29.10.2016, Kammerspiele). In seinem Bochumer Regiedebüt wird Jan-Christoph Gockel die berühmte Erzählung Kafkas mit Schauspielern und Puppen des Puppenbauers und –spielers Michael Pietsch interpretieren.
 
Weitere zentrale Spielplanpositionen: Als deutschsprachige Erstaufführung zeigt das Schauspielhaus „Die unsichtbare Hand“ des renommierten amerikanischen Autors Ayad Akhtar – zusammen mit George Brants „Am Boden“ als Doppelpremiere an einem Abend, inszeniert von Intendant Anselm Weber (DSE/Premiere am 3.12.2016, Kammerspiele). In der Regie von Hasko Weber, Generalintendant des Nationaltheaters Weimar, hat Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ am 21.1.2017 Premiere im Schauspielhaus. Barbara Bürk, eingeladen zum diesjährigen Theatertreffen, zeigt Eduard von Keyserlings Erzählung „Am Südhang“ in einer eigenen Bühnenbearbeitung (Uraufführung am 10.3.2017 in den Kammerspielen). Und der Niederländer Paul Koek wird mit „Der Steppenwolf“ nach dem Roman von Hermann Hesse eine neue (Musiktheater)Inszenierung erarbeiten, die ab 4.2.2017 in den Kammerspielen zu sehen sein wird.
 
Liebe? Marius von Mayenburg wird Shakespeares berühmteste Liebestragödie „Romeo und Julia“ inszenieren (Premiere am 11.3.2017, Schauspielhaus) und Jan Neumann wird sich im Kontrast dazu den „Gefährlichen Liebschaften“ von Christopher Hampton nach dem Roman von Choderlos de Laclos widmen (224.2017, Schauspielhaus).
 
Nachwuchs: Unsere Koproduktionsinszenierung mit der Folkwang Universität der Künste ist in der kommenden Spielzeit „Homo Empathicus“ der zeitgenössischen Dramatikerin Rebekka Kricheldorf in der Regie von Thomas Ladwig, der zum ersten Mal am Schauspielhaus arbeitet (Premiere am 16.2.2017, Theater Unten). Als erste Regiearbeit zeigt Maren Watermann, Regieassistentin am Schauspielhaus, „Finnisch“ von Martin Heckmanns (Premiere am 13.1.2017, Theater Unten).
 
Zum Abschluss seiner siebenjährigen Intendanz am Schauspielhaus Bochum inszeniert Anselm Weber Arthur Millers „Alle meine Söhne“ (20.5.2017, Schauspielhaus) und Hausregisseur Roger Vontobel zeigt als letzte Bochumer Inszenierung tags zuvor Bernard-Marie Koltès‘ „Kampf des Negers und der Hunde“ in den Kammerspielen.
 
Kooperationen: Die Bochumer Performancegruppe kainkollektiv entwickelt unter dem Titel „Hagar“ eine Globe Opera Performance für die Kammerspiele und in Zusammenarbeit mit Urbane Künste Ruhr macht „Truck Tracks Ruhr“ nach einem Konzept von Rimini Protokoll Station in Bochum. „Zwischen Welten“ ist das Thema der Ruhrtriennale Masterclass 2016, an der neben dem Schauspielhaus Bochum das Schauspiel Essen und der Ringlokschuppen Ruhr beteiligt sind; die Uraufführung ist am 17. September. Robert Schuster entwickelt in Zusammenarbeit mit der Compagnie AZA/Frankreich, dem Azdar Theatre/Afghanistan, dem Theater Freiburg, dem Nationaltheater Weimar und dem Schauspielhaus Bochum ein internationales Projekt: Die Uraufführung von „Kula – nach Europa“ ist am 7. Oktober im Theater Unten. Und unter dem Motto „Tanz, Bochum, tanz!“ blickt das Schauspielhaus im März/April 2017 zusammen mit dem Ensemble Renegade auf sieben Jahre „Renegade in Residence“ am Schauspielhaus Bochum zurück.
 
Junges Schauspielhaus / Kinder- und Jugendproduktionen: Unser diesjähriges Kinder- und Familienstück ist Paul Maars „Das Sams – Eine Woche voller Samstage“ in der Regie von Barbara Hauck, die am Schauspielhaus u. a. die Erfolgsproduktion „Bochum“ inszeniert hat. Das Junge Schauspielhaus unter der Leitung von Martina van Boxen setzt seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fort und startet mit zwei Uraufführungen in die kommende Saison: „Nalu und das Polymeer“ ist Fantasytheater für Kinder ab 10 Jahren und wird am 1. Oktober uraufgeführt. Das Tanz- und Theaterprojekt „Über Gott und die Welt“ entwickelt Martina van Boxen mit dem Choreografen Arthur Schopa, Uraufführung ist am 1. Dezember. Das erfolgreiche Großprojekt „Schulen in Bewegung“ mit Bochumer Schülerinnen und Schülern aus allen Schulformen wird fortgesetzt (Premiere am 8.6.2016, Kammerspiele) und Sandra Anklam entwickelt erneut einen Theaterabend in Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin des LWL-Universitätsklinikums Bochum. Außerdem bietet das Junge Schauspielhaus weiterhin sein umfangreiches Workshop- und Jugendprogramm an.


06.04.2016

Pressebrief Mai 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
zu den nächsten Premieren im Schauspielhaus Bochum laden wir Sie herzlich ein. 
 
Daniela Löffner, die in diesem Jahr mit ihrer Turgenjew-Inszenierung „Väter und Söhne“ am Deutschen Theater Berlin erstmals zum Theatertreffen eingeladen ist, bringt am Schauspielhaus Bochum eine eigene Bearbeitung des weltberühmten Romans „Mephisto“ von Klaus Mann, der 1936 im Amsterdamer Exil erschienen und in Westdeutschland jahrzehntelang verboten war, auf die Bühne. In ihrer Inszenierung wird es darum gehen, die Ambivalenzen im Verhalten des opportunistischen Karrieristen Höfgen (gespielt von Raiko Küster) aus seiner Identität als leidenschaftlicher Schauspieler zu entwickeln. Zugleich kommt das Auseinanderdriften extremer politischer Meinungen in den Blick, das unsere Gegenwart in mancher Hinsicht mit der angespannten Situation in der Weimarer Republik verbindet. Die Premiere ist am 13. Mai.
 
Wunschkinder? Marc ist 19, hat vor vier Monaten Abi gemacht und beschäftigt sich seitdem hauptsächlich mit Schlafen, Kiffen, Fernsehen und dem Leerfressen des elterlichen Kühlschranks. Selma, auch 19, macht eine Ausbildung, holt abends ihr Abitur nach, arbeitet in einer Kneipe, sitzt am Wochenende in einem Callcenter und kümmert sich um ihre psychisch labile Mutter. Dann treffen Marc und Selma aufeinander, verlieben sich. Selma wird schwanger – und das Leben der jungen Erwachsenen und ihrer „Erziehungsberechtigten“ gerät aus der Bahn. Das neue Stück des Erfolgsduos Lutz Hübner und Sarah Nemitz („Bochum“, „Richtfest“) ist eine genau beobachtete Untersuchung des Verhältnisses zwischen den Generationen und wirft zugleich einen kritisch-humorvollen Blick auf die Lebensmodelle des Mittelstands. Anselm Weber inszeniert „Wunschkinder“ für die Kammerspiele. Die Uraufführung ist am 29. Mai.
 
Am 12. Mai hat Dennis Kellys „Waisen“ Premiere. Im Gewand eines Krimis stellt der Autor, der zu den meistgespielten britischen Gegenwartsdramatikern gehört und 2009 in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten ausländischen Dramatiker des Jahres gewählt wurde, die  Frage nach der Beständigkeit von Wertvorstellungen, wenn es um den Schutz der eigenen Familie geht. Liam taucht blutüberströmt im Wohnzimmer seiner Schwester Helen und ihres Mannes Danny auf und behauptet, er habe auf der Straße einen Verletzten gefunden. Für Helen ist klar, dass die Polizei nicht eingeschaltet werden darf, denn Liam ist vorbestraft. Doch Danny ist zunehmend irritiert von Liams immer widersprüchlicher werdenden Aussagen. Wie weit wird er für seine Familie gehen? Leonard Beck gibt mit der Inszenierung des preisgekrönten Stücks sein Regiedebüt am Schauspielhaus Bochum und schafft im Theater Unten eine Bühnensituation, die die Zuschauer in unmittelbare Nähe zum Geschehen bringt und ihnen ermöglicht, die Geschichte um Liebe, Lügen und Loyalität intensiv mitzuerleben.
 
Seit 1958 gehört das Festival „FIDENA – Figurentheater der Nationen“ zu den populärsten Aktivitäten des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V. Vom 4. bis 12. Mai findet findet das Festival FIDENA in Bochum, Essen, Herne und Hattingen statt. Zum allerersten Mal in der fast 60-jährigen Geschichte des Festivals entsteht mit der Uraufführung „Moondog“ eine eigene Festivalproduktion in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Bochum. „Moondog“, in der Regie von FIDENA-Intendantin Annette Dabs, ist eine – nicht nur – musikalische Hommage an den Komponisten Louis Thomas Hardin alias Moondog. Die Uraufführung ist am 4. Mai in den Kammerspielen.
 
Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

04.03.2016

THEMENMONAT: DAS EIGENE & DAS FREMDE

Der dramatische Anstieg der Flüchtlingsströme nach Europa und die globale Bedrohung durch anti-westliche Terrorgruppen beherrschen gegenwärtig die öffentlichen und privaten Diskussionen und Gespräche. Das optimistische „Wir schaffen das“ der Kanzlerin und eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft treffen auf besorgte Fragen und Ablehnungsbekundungen, die immer mehr vor Gewalt nicht zurückschrecken. Mehr denn je stellt sich die Frage, wie wir in Zukunft zusammen leben wollen. Können und wollen wir uns eine offene, von Freiheitsrechten geprägte Gesellschaft leisten? Wann schlägt die Verteidigung der Freiheit um in ihr Gegenteil? Was definieren wir als das Eigene, wo beginnt das Fremde?
 
Mit einem Themenmonat „Das Eigene & das Fremde“ will das Schauspielhaus Bochum im März/April in verschiedenen Veranstaltungen diesen Fragen nachgehen. Im Zentrum steht die deutschsprachige Erstaufführung von Anders Lustgartens „Lampedusa“, die Schauspielhaus-Chefdramaturg Olaf Kröck inszeniert. Der britische Autor mit amerikanisch-ungarischen Wurzeln stellt die unaufhaltsame Migrationswelle mithilfe zweier Einzelgeschichten in einen gesamteuropäischen Kontext und hat mit seinem wütenden, bitteren und doch hoffnungsvollen Zwei-Personen-Stück einen der eindringlichsten zeitgenössischen Theatertexte über die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Zeit geschrieben. Die Uraufführung fand im Sommer 2015 im Londoner Soho Theatre statt. Die deutschsprachige Erstaufführung ist am 11. März in den Kammerspielen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist Anfang April die Premiere des neuen Projekts von Hermann Schmidt-Rahmer, der Elfriede Jelineks großes Werk zur europäischen Flüchtlingskrise „Die Schutzbefohlenen“ als Ausgangspunkt seiner neuen Inszenierung nehmen wird. Die drei weiteren Teile des Textkonvoluts, „Appendix“, „Coda“ und der erst im Januar 2016 entstandene Part „Epilog auf dem Boden“, der nun zum ersten Mal in einer Bühnenfassung verwendet wird, werden ebenfalls Teil des Abends sein.
 
Weitere Veranstaltungen innerhalb des Themenmonats: Am 13. März laden wir als Teil der bundesweiten Initiative „Die offene Gesellschaft“ zu einer öffentlichen Diskussion in die Kammerspiele ein. In der Matinee zu „Lampedusa“ (6. März) stellen wir die Frage nach der Situation der Flüchtlinge vor Ort und zur Matinee von „Die Schutzbefohlenen“ (3. April) beschäftigen wir uns mit den Sorgen, Ressentiments, Abwehr-prozessen und der Frage, ob wir einem Krieg der Welten entgegenblicken. Außerdem gibt es im Rahmen des Themenmonats eine Tanztheaterpremiere unseres Partners Renegade in der Zeche 1: Neco Çelik inszeniert „Basmala – Freund oder Feind“, eine choreografische Spurensuche über den muslimischen Mann zwischen Hip Hop und Dschihad (Premiere am 10. März in der Zeche 1). Ab 18. März stellen wir mit einer Ausstellung im Schauspielhaus-Foyer die Projekte vor, die das Schauspielhaus-Publikum durch seine großzügigen Spenden im Rahmen unserer Spendenaktion von November bis Ende Januar unterstützt hat. Am 30. März lädt der Bochumer WorldBeatClub unter dem Titel „Musik verbindet“ zu einem Konzert in die Eve Bar. Im Tanas präsentieren wir am 6. April in einer Lesung mit Omar El-Saeidi Abbas Khiders „Ohrfeige“. Und die Generalversammlung des europäischen Theaternetzwerks „Union des Théâtres de l’Europe“ vom 8.-10. April schließt mit internationalen Perspektiven zum Thema „Das Eigene & das Fremde“ den Komplex ab.

01.03.2016

Pressebrief April 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
„Du sollst dir kein Bildnis machen“: das ist ein zentraler Gedanke im Werk Max Frischs. Der Begriff Bildnis meint dabei in säkularer Wendung das Bild vom anderen ebenso wie, darin gespiegelt, das Bild vom Selbst. Doch die Forderung nach vielschichtiger Offenheit im Umgang miteinander verträgt sich schlecht mit unserem Alltagsbedürfnis nach klaren Verhältnissen. Darf ein Mensch die Bildnisse, die seine Umwelt von ihm hat, einfach verleugnen? Darf man ein anderer werden, als man zu sein scheint, und mit allem brechen, was dem im Weg steht – Beruf, Ehefrau, Geliebte, Existenz? In der Regie von Eric de Vroedt, der im letzten Frühjahr „Leas Hochzeit“ von Judith Herzberg am Schauspielhaus inszeniert hat, wird aus Max Frischs weltberühmtem Roman „Stiller“ ein theatrales Spiel mit den Bildern und Bildnissen einer radikalen Suche nach Identität. Der Schweizer Autor Reto Finger hat für diese Inszenierung eine eigene Theaterfassung erstellt. Die Premiere ist am 2. April im Schauspielhaus.
 
Am 9. April hat das neue Projekt von Hermann Schmidt-Rahmer Premiere in den Kammerspielen. Ausgangspunkt seiner Inszenierung ist Elfriede Jelineks großes Werk zur europäischen Flüchtlingskrise „Die Schutzbefohlenen“. Die drei weiteren Teile des Textkonvoluts, „Appendix“, „Coda“ und der erst im Januar 2016 entstandene Part „Epilog auf dem Boden“, der nun zum ersten Mal in einer Bühnenfassung verwendet wird, werden ebenfalls Teil des Abends sein. Elfriede Jelineks Texte schlagen einen weiten Bogen. Während sie in dem ersten, viel gespielten Teil von dem rücksichtlosen Umgang der europäischen Politik gegenüber den Schutzsuchenden tief bewegt war, und vorwurfsvoll die Kälte der westlichen Politik anprangerte, wird in den folgenden Texten ihre Ratlosigkeit gegenüber der massenhaften Fluchtbewegung Richtung Nord-Europa deutlich. Hermann Schmidt Rahmer, der mit „Die Schutzbefohlenen / Appendix / Coda / Epilog auf dem Boden“ zum fünften Mal ein Werk von Elfriede Jelinek inszeniert, ergänzt die Fassung mit dokumentarischem Text- und Videomaterial.
 
Am 7. April zeigen wir die letzte Etappe von „The Rest is Noise“ im Schauspielhaus. Die Ruhrtriennale hat ein halbes Jahr lang außerhalb der Festivalzeit mit dieser musikalisch-literarischen Reise durch die Musik des 20. Jahrhunderts von Alex Ross Station in den sechs großen Schauspielhäusern der Region gemacht. Es lesen Schauspieler des jeweiligen Ensembles, musikalisch begleitet von Mitgliedern der Bochumer Symphoniker und der Pianistin Sachiko Hara. Regie führt Johan Simons. In der finalen Etappe in Bochum stehen Komponisten des ausklingenden 20. Jahrhunderts auf dem Programm, darunter Hans Werner Henze, Helmut Lachenmann, Karlheinz Stockhausen, Tōru Takemitsu und Olga Neuwirth.
 
Vom 8. bis 10. April ist das Schauspielhaus Gastgeber der Generalversammlung des europäischen Theaternetzwerks „Union des Théâtres de l’Europe“. Zweimal jährlich tauschen sich die internationalen Mitglieder aus – diesmal zum Thema „Das Eigene & das Fremde“ – und halten ihre Generalversammlung ab. Im Zentrum stehen neben der eigentlichen Generalversammlung und dem Besuch von Vorstellungen zusätzlich ein öffentlicher Vortrag von Koen Tachelet (8. April) sowie das „Café Europa“ (9. April), ein Diskussionsformat, das ausgehend von Impulsreferaten u. a. von Hermann Schmidt-Rahmer, Hatice Akyün und Martin Dietzsch, Neorassismen, Formen politischen Theaters sowie die Utopie einer offenen Gesellschaft beleuchtet.
 
Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

17.02.2016

Deutschsprachige Erstaufführung LAMPEDUSA

LAMPEDUSA
von Anders Lustgarten
Deutsch von Stefan Kroner
 
Das Mittelmeer ist die Wiege der Identität Europas – Ausgangspunkt unserer jahrtausendealten Kultur, Sehnsuchtsort der Deutschen schon seit Goethes Zeiten. Heute wird es immer mehr zu einem gutbewachten Massengrab. Knapp eine Million Menschen flohen im vergangenen Jahr über das Mittelmeer nach Europa. 3.600 sind dabei ertrunken. Wie viele werden es dieses Jahr sein? Wie viele müssen es noch werden?
 
Stefano war Fischer. Heute fischt er im Auftrag der Regierung Überlebende und Leichen aus dem Wasser vor seiner Insel. Denise treibt in einer europäischen Großstadt für eine Wucherkreditfirma Schulden ein, stellt den Fuß in Türen, winkt mit Pfändungen und hört sich schäbige Lügen in schäbigen Wohnzimmern an. Beide haben nichts gemeinsam. Und doch verbindet sie etwas: Sie stehen an vorderster Front, an dem Punkt, an dem aus Politik harte Realität wird. Wer die Arbeit verliert und mit den Raten in den Rückstand gerät, wer den Halt verliert und über die Reling rutscht wird ihr Kunde. Kein besonders toller Job. Bis in beiden Leben etwas Außergewöhnliches geschieht.
 
Der junge britische Autor Anders Lustgarten ist eine echte Entdeckung. Mit „Lampedusa“ hat er ein starkes, wütendes, bitteres und doch hoffnungsvolles Stück über die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Zeit geschrieben.
 
Anders Lustgarten gewann 2011 mit seinem Stück „If you don’t let us dream we won’t let you sleep“, eine Abrechnung mit dem Finanzkapitalismus, den ersten „Harold Pinter Playwright’s Award“. Er arbeitet an Projekten für Fernsehen und Radio und an Auftragsstücken für das National Theatre sowie für das Royal Court Theatre. Wegen seiner Tätigkeit als politischer Aktivist saß er bereits auf vier Kontinenten im Gefängnis.
 
Olaf Kröck (*1971) ist Chefdramaturg des Schauspielhauses Bochum. Er studierte Angewandte Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim und war Künstlerischer Leiter des 3. europäischen Theaterfestival transeuropa 2000 in Hildesheim. Anschließend arbeitete er als Dramaturg und Regisseur am Stadttheater Hildesheim, war 2001-2004 Schauspieldramaturg und künstlerischer Leiter der Experimentierbühne „UG“ am Luzerner Theater bei Barbara Mundel und von 2005-2010 Dramaturg am Schauspiel Essen unter der Intendanz von Anselm Weber, mit dem er 2010 ans Schauspielhaus Bochum wechselte. In der Spielzeit entwickelte als Künstlerischer Ko-Leiter das internationale „Das Detroit-Projekt“ maßgeblich mit. 2017/2018 wird er als Intendant der Interimsspielzeit das Schauspielhaus Bochum leiten.
 
Regie: Olaf Kröck, Bühne: Dorothea Lütke Wöstmann, Kostüme: Janna Banning, Musik: Frank Böhle, Dramaturgie: Alexander Leiffheidt
 
Mit: Juliane Fisch, Raiko Küster
 
Deutschsprachige Erstaufführung am 11. März in den Kammerspielen
Die nächsten Vorstellungen: 24. März & 1., 10., 30. April
 
 
MATINEE ZU LAMPEDUSA
Einblicke in die Produktion und Gespräch über die Situation der Flüchtlinge in Bochum
 
„Alle meine Stücke sind Konfrontationen mit der Wirklichkeit“, schreibt der Londoner Autor Anders Lustgarten über sein neustes Werk „Lampedusa“. Getreu dem Motto des Autors beschäftigen wir uns im Rahmen des Themenmonats „Das Eigene & das Fremde“ in der Matinee am Sonntagvormittag vor der Premiere mit der Wirklichkeit der Flüchtlinge, die nach wie vor tagtäglich über das Mittelmeer nach Europa kommen, und mit der aktuellen Situation der Flüchtlinge in Bochum.
 
Als Gäste sind eingeladen: Susanne Lange (Flüchtlingshilfenetzwerk Bochum-Südwest), Eyob Muhe (Asylbewerber aus Eritrea), Dr. Frank Taschner (Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im Rat, Koordinator des Initiativkreises Flüchtlingsarbeit) und Regisseur Olaf Kröck. Moderation: Alexander Leiffheidt (Dramaturg).
 
6. März, 11:00 Uhr im Tanas
09.02.2016

Pressebrief März 2016

Sehr geehrte Damen und Herren
 
der dramatische Anstieg der Flüchtlingsströme nach Europa und die globale Bedrohung durch anti-westliche Terrorgruppen beherrschen gegenwärtig die öffentlichen und privaten Diskussionen und Gespräche. Das optimistische „Wir schaffen das“ der Kanzlerin und eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft treffen auf besorgte Fragen und Ablehnungsbekundungen, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Mehr denn je stellt sich die Frage, wie wir in Zukunft zusammen leben wollen. Können wir uns eine offene, von Freiheitsrechten geprägte Gesellschaft überhaupt noch leisten? Wann schlägt die Verteidigung der Freiheit um in ihr Gegenteil? Was definieren wir als das Eigene, wo beginnt das Fremde?
 
Mit einem Themenmonat „Das Eigene & das Fremde“ wollen wir im März/April in verschiedenen Veranstaltungen diesen Fragen nachgehen. Im Zentrum steht die deutschsprachige Erstaufführung von Anders Lustgartens„Lampedusa“, die Schauspielhaus-Chefdramaturg Olaf Kröck inszenieren wird. Der britische Autor mit amerikanisch-ungarischen Wurzeln stellt die unaufhaltsame Migrationswelle mithilfe zweier Einzelgeschichten in einen gesamteuropäischen Kontext und hat mit seinem wütenden, bitteren und doch hoffnungsvollen Zwei-Personen-Stück einen der eindringlichsten zeitgenössischen Theatertexte über die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Zeit geschrieben. Die Uraufführung fand im Sommer 2015 im Londoner Soho Theatre statt. Die deutschsprachige Erstaufführung ist am 11. März in den Kammerspielen.
Ein zweiter Schwerpunkt ist Anfang April die Premiere des neuen Projekts von Hermann Schmidt-Rahmer, der Elfriede Jelineks großes Werk zur europäischen Flüchtlingskrise „Die Schutzbefohlenen“ als Ausgangspunkt seiner neuen Inszenierung nehmen wird. Die drei weiteren Teile des Textkonvoluts, „Appendix“, „Coda“ und der erst im Januar 2016 entstandene Part „Epilog auf dem Boden“, der nun zum ersten Mal in einer Bühnenfassung verwendet wird, werden ebenfalls Teil des Abends werden. Weitere Infos dazu folgen im April-Pressebrief.
 
Weitere Veranstaltungen innerhalb des Themenmonats: Am 13. März laden wir als Teil der bundesweiten Initiative „Die offene Gesellschaft“ zu einer öffentlichen Diskussion in die Kammerspiele ein. Im Rahmen der Matinee zu „Lampedusa“ (6. März) stellen wir die Frage nach der Situation der Flüchtlinge vor Ort und zur Matinee von „Die Schutzbefohlenen“ (3. April) beschäftigen wir uns mit den Sorgen, Ressentiments, Abwehrprozessen und der Frage, ob wir einem Krieg der Welten entgegenblicken. Außerdem gibt es im Rahmen des Themenmonats eine Tanztheaterpremiere unseres Partners Renegade in der Zeche 1: Neco Çelik inszeniert „Basmala – Freund oder Feind“, eine choreografische Spurensuche über den muslimischen Mann zwischen Hip Hop und Dschihad (Premiere am 10. März in der Zeche 1). Am 30. März lädt der Bochumer WorldBeatClub unter dem Titel „Musik verbindet“ zu einem Konzert in die Eve Bar. Und die Generalversammlung des europäischen Theaterverbands Union des Théâtres de l’Europe vom 8.-10. April schließt mit internationalen Perspektiven zum Thema „Das Eigene & das Fremde“ den Komplex ab.
 
Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

11.01.2016

Pressebrief Februar 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
zu den nächsten Premieren im Schauspielhaus Bochum laden wir Sie herzlich ein.
 
„Vater“ ist ein Stück über Demenz und den Verlust der Orientierung in der Welt. Der französische Gegenwartsautor Florian Zeller beschreibt den Prozess der schwindenden Autonomie ebenso wie die Zunahme von Erinnerungslücken und die damit einhergehenden Angstzustände. In dem Erfolgsstück, ausgezeichnet mit dem Prix Molière 2014 und an zahlreichen europäischen Bühnen im Repertoire, stellt Florian Zeller auch die Frage nach der Verantwortung der Generationen, thematisiert das Pflegen naher Angehöriger sowie den schmerzhaften Moment, vom eigenen Vater nicht mehr erkannt zu werden. Die Inszenierung mit Bernd Rademacher in der Hauptrolle und Xenia Snagowski als seiner Tochter Anne, hat am 13. Februar in den Kammerspielen Premiere. Regie führt Alexander Riemenschneider, der am Schauspielhaus bereits Peter Handkes „Die Unvernünftigen sterben aus“ in Szene gesetzt hat. Eine besondere Bedeutung bekommt das Bühnenbild von David Hohmann: Es wird belebt von einem achtköpfigen Bewegungschor, der die Unordnung in Andrés demenzerkrankten Kopf versinnbildlicht.
 
Im Rahmen unserer diesjährigen Koproduktion mit der Folkwang Universität der Künste inszeniert Marco Massafra mit dem derzeitigen dritten Schauspiel-Jahrgang Carlo Goldonis „Der Impresario von Smyrna“. Für seine erste Regiearbeit am Schauspielhaus Bochum hat Marco Massafra eine Komödie von Goldoni gewählt, die die Not der Bühnenkünstler um ein Engagement zu wetteifern, auf launige Weise zum Thema macht. Die Situation der Schauspielstudierenden spiegelt sich im überzeichneten Bild der Sänger, die sich um eine Anstellung an der neuen Oper des türkischen Impresarios Ali streiten. Und der Regisseur Massafra, selber Schauspieler, versteht es, seinen jungen Kollegen die Rollen auf den Leib zu schneidern. Die Premiere ist am 12. Februar im Theater Unten.
 
Am 25. Februar hat die neue Produktion von Regisseurin und Theatertherapeutin Sandra Anklam Premiere im Theater Unten. Bereits zum siebten Mal findet die fruchtbare Zusammenarbeit des Schauspielhauses mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin des LWL-Universitätsklinikums Bochum statt. In diesem Jahr inszeniert Sandra Anklam mit Patienten und Mitarbeitern der Klinik Sibylle Bergs „Helges Leben“ und schafft damit erneut einen außergewöhnlichen Ansatz an der Schnittstelle von Kunst und Heilung. Die Ergebnisse ihrer theatralen Forschungsreise werden erneut sowohl im Theater Unten als auch in den Räumen des LWL-Universitätsklinikums in Bochum zu sehen sein.
 
Lassen Sie uns gern wissen, ob Sie zu unseren Premieren kommen. Wir würden uns freuen, Sie am jeweiligen Premierenabend begrüßen zu dürfen!
 
Herzliche Grüße
Christine Hoenmanns

07.01.2016

EINE THEMENWOCHE ZUM DIALOG DER GENERATIONEN IM WANDEL DER ZEIT

von Schauspielhaus Bochum in Kooperation mit der Stiftung der Geschichte des Ruhrgebiets, dem Institut für Erziehungswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum und dem endstation.kino

„I hope I die before I get old“, sangen „The Who“ 1965. Lieber jung sterben als alt werden? Der weltberühmte Frontmann der Band Pete Townshend ist mittlerweile selbst 70 und zeigt sich wenig geneigt, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Doch seine trotzigen Liedzeilen von damals standen für den Aufbruch einer Generation, die sich von den Alten nichts mehr sagen lassen wollte. Wie steht es heute, viele Jugendbewegungen und ‚Revolutionen‘ später, um den Dialog zwischen den Generationen? Sprechen die „Digital Natives“ des Informationszeitalters noch mit den „Babyboomern“ der 1950er? Wie spricht umgekehrt die gestresste Mittelgeneration der „Generation Golf“ mit ihren Kindern?

Im Rahmen einer Themenwoche zum Dialog der Generationen wollen wir der Frage nachgehen, wie sich Alt und Jung heute gegenseitig bereichern können, welche Kontinuitäten und Einschnitte es im Generationendiskurs gibt und welche Rolle Generationen in den Prozessen gesellschaftlichen und persönlichen Wandels spielen. Dabei sollen ausschnitthaft die großen paradigmatischen Generationswechsel der letzten hundert Jahre in den Blick genommen werden: von den historischen Perspektiven der „Verlorenen Generation“ des Ersten Weltkriegs bis hin zur „68er“ und der „iGeneration“ der Gegenwart.

Entstanden ist ein Programm, in dem sich Filme und Theateraufführungen, Vorträge, Gespräche und Diskussionen mosaikhaft zusammenfügen zu einem Panorama des Generationendialogs im Wandel der Zeit. Ganz besonders freuen wir uns über die internationalen Gäste, die wir in Bochum begrüßen dürfen: vom österreichischen Filmemacher Paul-Julien Robert über den britischen Germanisten David A. Jackson, den Schweizer Dramatiker Reto Finger bis hin zur großen Dame der niederländischen Literatur, Judith Herzberg. Abgerundet wird die Woche mit einem interaktiven „Tag der Generationen für Jung und Alt“ und einer Sonntagsmatinee über die ewig neue Frage, wie Erziehung und familiärer Austausch denn nun eigentlich gelingen können.

Alle Infos unter www.schauspielhausbochum.de/generationen

#gentalk: Was haben sich Alt und Jung zu sagen? Twittern und folgen Sie uns während der Themenwoche.

Eine Themenwoche zum Dialog der Generationen im Wandel der Zeit: Schauspielhaus Bochum in Kooperation mit der Stiftung der Geschichte des Ruhrgebiets, dem Institut für Erziehungswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum und dem endstation.kino.
Programmplanung: Olaf Kröck, Alexander Leiffheidt, Prof. Dr. Stefan Berger, Prof. Dr. Till Kössler, Nina Selig

08.12.2015

Pressebrief Januar 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
zu der nächsten Premiere im Schauspielhaus Bochum und zu unserem Themenwochenende zum Dialog der Generationen im Wandel der Zeit laden wir Sie herzlich ein.
 
Unsere erste Premiere im neuen Jahr ist Alan Ayckbourns Gesellschaftssatire „Familiengeschäfte“. Ist Ehrlichkeit mit Erfolg vereinbar? Taugt die Familie als Modell gemeinschaftlichen Handelns? In Deutschland, dem Land der Familienunternehmen, sind diese Fragen heute aktueller denn je. Alan Ayckbourn, einer der populärsten Gegenwartsdramatiker Großbritanniens, versammelt in seinem brillanten Stück wunderbare britische Komödienfiguren, die in den Strudel zwischen Macht, Familie und persönlicher Bevorteilung geraten. Regisseur, Autor und Übersetzer Marius von Mayenburg inszeniert mit „Familiengeschäfte“ zum ersten Mal am Schauspielhaus Bochum. Die Hauptrolle in dem personenreichen Ensemblestück spielt Michael Schütz. Die Premiere ist am 30. Januar im Schauspielhaus.
 
Talking 'bout Your Generation: Im Rahmen einer Themenwoche zum Dialog der Generationen im Wandel der Zeit vom 12. bis 17. Januar wollen wir der Frage nachgehen, wie sich Alt und Jung heute gegenseitig bereichern können, welche Kontinuitäten und Einschnitte es im Generationendiskurs gibt und welche Rolle Generationen in den Prozessen gesellschaftlichen und persönlichen Wandels spielen. Sprechen die „Digital Natives“ des Informationszeitalters noch mit den „Babyboomern“ der 1950er? Und wie spricht umgekehrt die gestresste Mittelgeneration der „Generation Golf“ mit ihren Kindern? Wir haben in Kooperation mit der Stiftung Bibliothek der Geschichte des Ruhrgebiets, dem Institut für Erziehungswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum und dem endstation.kino ein Programm aus Theateraufführungen, Filmen, Vorträgen und Diskussionsforen zusammengestellt und eine Reihe nationaler und internationaler Gäste eingeladen, u. a. den österreichischen Filmemacher Paul-Julien Robert, den britischen Germanisten David A. Jackson, den Schweizer Dramatiker Reto Finger und die Grand Dame der niederländischen Literatur Judith Herzberg. Alle Infos im aktuellen Flyer und unter www.schauspielhausbochum.de/generationen.
 
Lassen Sie uns gern wissen, ob Sie zu unserer Premiere kommen. Wir würden uns freuen, Sie am Premierenabend und zu den Veranstaltungen unseres Themenwochenendes begrüßen zu dürfen!
 
Herzliche Grüße
Christine Hoenmanns

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