10.04.2017

Pressebrief Mai 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Roger Vontobel hat am Schauspielhaus Bochum zuletzt Hauptmanns „Rose Bernd“ inszeniert. Seine Hauptdarstellerin Jana Schulz ist für ihre Interpretation der Rolle im März mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet worden. In dieser Saison setzt Roger Vontobel Bernard-Marie Koltès‘ „Kampf des Negers und der Hunde“ mit Jana Schulz in der Rolle des Alboury in Szene. Koltès entwirft in seinem Drama von 1989 ein Gesellschaftspanorama, das aktueller nicht sein könnte. Die drei in die Fremde geworfenen Figuren Horn (gespielt von Werner Wölbern), Cal (Max Meyer) und Léone (Luana Velis) sind plötzlich gezwungen, sich mit ihren wankenden Weltbildern auseinanderzusetzen. Wie aus einem schwarzen Angstraum heraus scheinen mehr als 1000 Augen auf die beiden zu blicken und ihr Gewissen zu quälen. Werden sie zur Rede gestellt, sind nichts als Feuerwerkskörper die Antwort auf brennende Fragen. Die Premiere ist am 19. Mai in den Kammerspielen.
 
Anselm Weber zeigt mit Arthur Millers „Alle meine Söhne“ tags drauf im Schauspielhaus die letzte Inszenierung seiner Bochumer Intendanz. Seit er das Schauspielhaus Bochum 2010 übernommen hat, hat er sowohl Uraufführungen von Biljana Srbljanovic, Lutz Hübner, Reto Finger, Martin Heckmanns und Christoph Nußbaumeder inszeniert, als auch Klassiker von Kleist, Schiller, Hauptmann und Sternheim. Seine letzte Arbeit war der Doppelabend „Die unsichtbare Hand“ von Ayad Akhtar und „Am Boden“ von George Brant in den Kammerspielen. Arthur Millers berühmtes aber selten gespieltes Drama „Alle meine Söhne“ zeigt eine moderne Familiengeschichte mit der schicksalhaften Unausweichlichkeit einer antiken Tragödie. Gezeigt wird das Stück in Bochum auf einer Art Raumbühne im Zuschauerraum des Schauspielhauses, die Akteure und Handlung besonders nah an die Zuschauer heranbringt. Es spielen u. a. Michael Schütz (Joe Keller), Katharina Linder, Sarah Grunert, Torsten Flassig und Nils Kreutinger.
 
Zur guten Tradition der Intendanz gehört es, dass langjährige Regieassistenten am Ende ihrer Assistenz-Zeit eine eigene Inszenierung entwickeln. In dieser Saison hat bereits Maren Watermann den Soloabend „Finnisch“ von Martin Heckmanns inszeniert. Anne Liebtrau wird im Mai Stefan Hornbachs „Über meine Leiche“ im Theater Unten in Szene setzen. Der Autor Stefan Hornbach beschreibt in seinem Debütstück, das mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis 2015 ausgezeichnet wurde, das Erwachsenwerden im Angesicht der Krankheit Krebs. Sein poetisches Werk erzählt trotz des ernsthaften Themas mit abgründigem Witz und großer Kraft nicht vom Tod, nicht einmal vom Sterben, sondern vom Leben und Lebenwollen. Die Rolle des Protagonisten Friedrich spielt Matthias Eberle, außerdem zu sehen sind Karolina Horster und Bettina Engelhardt. Die Premiere ist am 25. Mai.
 
Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

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