11.09.2017

Pressebrief Oktober 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu unseren nächsten Premieren am Schauspielhaus Bochum und zur Wiedereröffnung der Eve Bar am 6. Oktober laden wir Sie herzlich ein.

Mit Torben Kuhlmanns vielfach ausgezeichnetem Bilderbuch „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ widmen sich Martina von Boxen und ihr Team in ihrer ersten Produktion der neuen Spielzeit einem besonderen literarischen Genre. Aus der Perspektive einer Maus, deren Lebenssituation durch die Erfindung der Mausefalle bedroht wird und ihre Angehörigen bereits vertrieben hat, zeichnet der Autor die Auswanderergeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Keineswegs nur als Metapher bilden die gefährliche Atlantiküberquerung und der damit verbundene Wunsch, in einem anderen Land ein besseres und sicheres Leben zu führen, den Ausgangspunkt für die Reise dieser erfindungsreichen Maus. In der Verquickung von Objekttheater und Soundscapes lassen Maria Trautmann, Manuel Loos und Michael Habelitz die atmosphärisch dichte Bilder- und Erzählwelt entstehen, die für Kinder ab 5 Jahren geeignet ist. Die Uraufführung ist am 14. Oktober im Theater Unten.

Im Liederabend „Istanbul“ dreht die junge türkeistämmige Regisseurin Selen Kara die Perspektive auf die Situation von Auswanderern um, die in einem fremden Land anzukommen versuchen. Der Abend verlegt das Wirtschaftswunder kurzerhand in die Türkei, das zum Sehnsuchtsland für die vom Krieg ausgezehrten Deutschen wird. Und so erlebt der Prototyp des Deutschen, Klaus Gruber (Roland Riebeling), dort all die Schwierigkeiten, die schon die Großväter von Selen Kara bei ihrer Einreise nach Deutschland hatten, am eigenen Leib mit. Torsten Kindermann, dem (Bochumer) Publikum u. a. durch seine Bearbeitung der Grönemeyer-Songs in „Bochum“ bekannt ist, arrangiert für „Istanbul“ die Lieder der Grande Dame des türkischen Pop, Sezen Aksu, neu. Die deutschen Schauspieler des Ensembles lernen eigens dafür in türkischer Sprache zu singen. Der Abend ist zugleich eine Hommage an die vielen türkischen Gastarbeiter, die dem Ruhrgebiet in den 1960er Jahren zum Aufschwung verholfen haben. Die Premiere ist am 20. Oktober in den Kammerspielen.

Nach „Drei Männer im Schnee“, „Monty Python's Spamalot“ und „Weekend im Paradies“ inszeniert Christian Brey in dieser Saison mit „Der Mann ohne Vergangenheit“ Aki Kaurismäkis farbenfrohsten und hoffnungsvollsten Film auf der Schauspielhaus-Bühne. In der vielfach ausgezeichneten Filmvorlage, die von der Kritik als „Ballade über Solidarität“ beschrieben wird, entfaltet sich eine melancholisch-schöne Geschichte über Güte und Mitmenschlichkeit unter den Ärmsten der Armen. In der Rolle des „M“ wird Michael Kamp zu sehen sein, die Rolle der Heilsarmeeangestellten „Irma“ spielt Juliane Fisch. Für die finnische Atmosphäre sorgen – wie auch bei Breys letzten Arbeiten – seine Ausstatterin Anette Hachmann sowie Tobias Cosler als Musikalischer Leiter samt Band. Denn wenn es nur weniger Worte bedarf – wie es ein echter Kaurismäki verlangt – wird gesungen. Die Premiere ist am 21. Oktober.

Karsten Riedel kam am Bochumer Schauspielhaus zur Bühnenmusik und über die Bühnenmusik zur Vertonung von Gedichten, die er zu den unterschiedlichsten und berührendsten Songs verarbeitet. Mit „Der Liebe Lust, der Liebe Schmerz“ kehrt die Wattenscheider Musiklegende ans Schauspielhaus zurück. Mit Klavier, Geige, Kontrabass und Gitarre, gespielt von ihm selbst, Christoph König („Uwaga!") und Nils Imhorst, durchschreitet er sein vielfältiges lyrik-musikalisches Repertoire, das sich aus William Shakespeares Sonetten speist, ergänzt um Gedichte von Dylan Thomas und Frank Wedekind. Und bei jeder Vorstellung bekommt er textlichen und musikalischen Besuch aus dem Schauspiel-Ensemble. Zur Premiere am 31. Oktober in den Kammerspielen wird Neu-Ensemblemitglied Johanna Eiworth erwartet.

Die Eve Bar ist zurück! #placetobetween: Unter den Bühnenbrettern des Schauspielhauses entsteht für ein Jahr ein Ort, an dem sich Gegensätze aufheben und Grenzen fließend werden. Mit einem Programm aus Klub, Konzerten, Late-Night-Talks und Stegreif-Performances gibt die Eve Bar sich dem hin, was jenseits von starren Kategorien und hartgezogenen Linien liegt. Ob Bühne oder Wohnzimmer, Fremde oder Heimat, Mensch oder Alien, Birne oder Apfel, Pop oder Subkultur, gestern oder morgen, alt oder jung, Mann oder Frau, wir bleiben im Dazwischen. Wir feiern die Wiedereröffnung am 6. Oktober mit einer ersten Klubnacht. Kurator und Produktionsleiter der Eve Bar ist Tobias Malcharzik, der seit Spielzeitbeginn zum Team von Intendant Olaf Kröck gehört.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

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