09.10.2017

Pressebrief November 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

Lisa Nielebock, am Schauspielhaus bereits seit vielen Jahren als Regisseurin präsent (u. a. „Penthesilea“, „Roberto Zucco“, „Kasimir und Karoline“, „Amphitryon“) inszenierte hier zuletzt Joseph Roths Roman „Hiob“. Nun bringt sie in den Kammerspielen „Die Orestie“ von Aischylos auf die Bühne – als Bochumer Erstaufführung. Die einzige erhaltene Trilogie der Antike erzählt anhand des Atridenfluchs von einem zentralen Paradigmenwechsel der westlichen Zivilisation: Denn nach der bis dato gültigen Logik von göttlicher Vorsehung und Blutrache erfüllt Orestes mit der Ermordung seiner Mutter gleichzeitig eine heilige Pflicht, begeht aber auch die schwerstmögliche Sünde. Doch die Göttin Athene eröffnet mit einem geordneten Gerichtsverfahren eine neue Möglichkeit, mit der unentscheidbaren Schuldfrage umzugehen. Der Familienfluch, der blutige Kreislauf aus Gewalt und Rache, ist durchbrochen und ein friedlicherer Weg für die Familie und die Menschheit scheint möglich. Zum Bochumer Ensemble stoßen dabei u. a. Werner Wölbern als Agamemnon und Apollon und Heiner Stadelmann als Wächter. In der Titelrolle des Orestes ist Dennis Herrmann zu sehen. Die Premiere ist am 18. November.

Tagsdrauf, am 19. November, hat unser diesjähriges Kinder- und Familienstück Premiere im Schauspielhaus: „Pünktchen und Anton“ nach dem Roman von Erich Kästner. Neben Erich Kästners erstem Kinderbuch „Emil und die Detektive“ aus dem Jahr 1929 und „Das fliegende Klassenzimmer“ von 1933 gehört der 1931 erschienene Roman „Pünktchen und Anton“ bis heute zu den beliebtesten Kinderbüchern des Schriftstellers. Seine Romane gewannen bereits kurz nach Erscheinen an Popularität, da Kästner gegenwartsbezogene Kinderbücher schrieb, die Alltag und soziale Gegensätze widerspiegelten, während sich die Kinderliteratur seiner Zeit häufig auf Märchenwelten oder moralisierende Geschichten beschränkte. Die ausgewiesene Kinder- und Jugendtheaterregisseurin und Faust-Preisträgerin Brigitte Dethier siedelt Kästners Geschichte über die Freundschaft dieser scheinbar ungleichen Kinder in einer rauen Großstadtwelt an. Die Härte des Alltags macht für Dethier keineswegs vor den Kindern halt. Aber mit Pünktchen und Anton lässt sich immer auch die Geschichte einer unerschütterlichen Hoffnung erzählen. Denn die beiden Kinder finden, wie viele ihrer literarischen Nachfahren innerhalb der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur, ihre Wege und gemeinsame Lösungen, sich gegenüber einer manchmal erschreckend skrupellosen Erwachsenenwelt zu behaupten. Wir empfehlen das diesjährige Kinder- und Familienstück für alle ab 6 Jahren.

Reportagen Live. Weltgeschehen im Kleinformat, in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Magazin REPORTAGEN: Seit nunmehr sechs Jahren schickt das Schweizer Magazin REPORTAGEN die besten deutschsprachigen Journalisten in alle Welt, um überraschende Geschichten zutage zu fördern, die unseren Blick auf die Gegenwart verändern. In Anlehnung an die Kultreihe „Reportagen Live“ in Zürich legen vier Reporterinnen und Reporter von REPORTAGEN in Bochum einen Zwischenhalt ein, lesen ihre Texte, berichten über ihr Leben als Geschichtensucher und erzählen über Hintergründe und Hindernisse auf dem Weg zur perfekten literarischen Reportage, der Königsdisziplin des Journalismus. Den Anfang macht am 5. November Sandro Mattioli mit seiner Reportage „Mafioso im Ruhestand“.

Lassen Sie uns gern wissen, ob Sie zu unseren Premieren kommen. Wir würden uns freuen, Sie begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

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