04.12.2017

Pressebrief Januar 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

als erste Premiere im neuen Jahr zeigen wir Jean-Paul Sartres „Geschlossene Gesellschaft. Sartres moderner Klassiker seziert die Handlungsoptionen des Menschen angesichts seiner existenziellen Freiheit. Das Individuum wird ver- und beurteilt nach seinen Taten. Schuld und Bestrafung ergeben sich daraus, wie es sein Leben lebt, unentrinnbar der Bewertung durch andere. In Zeiten von Digitalisierung und virtuellen Räumen ergibt sich eine neue Perspektive auf das Lehrstück: Wie gnadenlos ist die berühmte „Hölle“ der anderen, wenn Handlung nicht real erlebt, sondern sozial bemessen wird? In der Debüt-Inszenierung von Frederick Krieger spielen Johanna Eiworth, Matthias Eberle und Simin Soraya. Die Premiere ist am 25. Januar im Theater Unten.

Einar Schleefs „Gertrud präsentieren wir als Bochumer Premiere am 26. Januar in den Kammerspielen. Die Inszenierung von Jakob Fedler mit den Schauspielern Antonia Bill, Wolfram Koch und Almut Zilcher ist eine Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin (Premiere in Berlin am 15. Dezember). Einar Schleefs Roman ist ein eigenwilliger, sprunghafter, eigensinnig preisgebender Erzählsturm. Schleef schrieb den fiktionalen Monolog seiner Mutter Gertrud, einer Näherin, als ein schroffes und wütendes, sehnsüchtiges und gieriges sich Mitteilen einer „anständigen Frau“. Mit dem Hintergrund der Industrie- und Bergbaustadt Sangerhausen verweist Schleef zugleich auf die Zerrüttung der Verheißungen des industriellen Zeitalters und dessen proletarischer Milieus, auf kleinbürgerlichen Überlebenszwang und das beständige Ausbleiben der Zukunft. 2015 erarbeitete Jakob Fedler bereits mit Roland Koch Schleefs „Der Tod des Lehrers“; die Inszenierung war in Bochum und u. a. an der Berliner Volksbühne und am Staatsschauspiel Hannover zu sehen.

Vorschau: Die nächsten Premieren sind am 2. und 3. Februar 2018. Unsere diesjährige Koproduktion mit dem Studiengang Schauspiel der Folkwang Universität der Künste ist Horváths „Jugend ohne Gott“ in der Regie von Martina van Boxen (2.2.2018, Kammerspiele). Robert Schuster inszeniert Shakespeares „Ende gut, alles gut“. Die Premiere ist am 3. Februar 2018 auf der Schauspielhaus-Bühne. Weitere Infos dazu folgen im Februar-Pressebrief.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

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