05.02.2018

Pressebrief März 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

charakteristisch für die Arbeit von Johanna Wehner, die im vergangenen Herbst mit dem Theaterpreis DER FAUST für die beste Schauspielregie 2017 ausgezeichnet wurde, sind aufwendig komponierte, musikalisch verdichtete Textfassungen sowie die Erschaffung atmosphärisch-düsterer und eigenwillig skurriler Weltentwürfe. Am Schauspielhaus Bochum wird sie im März die Theater-Uraufführung von Melancholia nach dem Film von Lars von Trier in Szene setzen. Melancholia ist der Name des todbringenden Planeten in Lars von Triers Film und zugleich seit der Antike ein Begriff, der Menschen beschreibt, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. In der Antike war die Zuschreibung eng mit dem Genie-Begriff verknüpft, im Mittelalter wurde er defizitär gelesen, als krankhaftes Ungleichgewicht der Körpersäfte, und heutzutage sprechen wir von Depression. Doch ist der Depressive der Kranke – oder sind es die Anderen, die durch sein Verhalten aus ihrem eigenen Konzept gebracht werden? Johanna Wehner schafft eine Schicksalsgemeinschaft, die ihren eigenen Neurosen nachjagt und versucht möglichst intensiv und richtig zu leben.
Die Uraufführung am 24. März wird die letzte Premiere auf der großen Bühne des Schauspielhauses während der Intendanz von Olaf Kröck sein, da Mitte Mai dort größere Umbaumaßnahmen beginnen. Der Spielbetrieb geht in den Kammerspielen, dem Theater Unten, der Eve Bar und in der Stadt bis zum Spielzeitende am 15. Juli 2018 uneinge-schränkt weiter.

Bereits am 14. März hat die neue Produktion von Regisseurin und Theatertherapeutin Sandra Anklam Premiere im Theater Unten. Zum neunten Mal findet die fruchtbare Zusammenarbeit des Schauspielhauses mit der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin des LWL-Universitätsklinikums Bochum statt. In diesem Jahr inszeniert Sandra Anklam mit Patient*innen und Mitarbeiter*innen der Klinik Peer Gyntvon Thomas Birkmeir nach Henrik Ibsen und schafft damit erneut einen außergewöhnlichen Ansatz an der Schnittstelle von Kunst und Heilung. Die Ergebnisse ihrer theatralen Forschungsreise werden erneut sowohl im Theater Unten als auch in den Räumen des LWL-Universitätsklinikums in Bochum zu sehen sein.

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

Pressemappe

Alle gewünschten Downloads können Sie in der Pressemappe sammeln. Sie werden Ihnen direkt an die angegebene E-Mail Adresse geschickt.

Sie haben derzeit kein Material ausgewählt.