05.03.2018

Pressebrief April 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

im April planen wir zwei Uraufführungen und den Launch unseres App-Games. Dazu laden wir Sie herzliche ein.

Wie möchten Sie die letzten zwei Minuten Ihres Lebens verbringen? Von wem möchten Sie sich nicht verabschieden? Und was werden Sie wohl am meisten bereuen? In solchen letzten Fragen sind wir alle Anfänger und messen vielleicht gerade deswegen dem Zeitpunkt des Todes eine besondere Bedeutung bei. Schließlich markiert er den Übergang in einen uns unbekannten Zustand. Aber bereits das Leben ist voll von Momenten der Transformation, des Loslassens, des Verlassens von Bekanntem. Schauspielhaus-Intendant Olaf Kröck nimmt inTime to Close Your Eyes diesen Transformations-Moment zum Anlass, danach zu fragen, woran wir eigentlich merken, dass wir leben. Zusammen mit Schauspieler*innen und dem preisgekrönten A-capella-Sextett SLIXS entwickelt er anhand von Schlafliedern einen Abend darüber was das Leben lebenswert macht. Die Uraufführung ist am 7. April in den Kammerspielen.

Daniel Paul Schrebers „Denkwürdigkeiten eines Nervenkrankenschrieben sowohl Rechts- als auch Psychologiegeschichte. Der hochdekorierte Jurist Schreber verfasste die Abhandlung 1903 während eines erzwungenen Aufenthalts in einer psychiatrischen Einrichtung und trat den Beweis an, dass er zwar krank, aber immerhin der gottbestimmte Mittelpunkt des Universums sei. Der eigentlich nicht-belletristische Text bietet poetische Vielschichtigkeit und faszinierende Interpretationsspielräume. So diente er vielen Denkern des 21. Jahrhunderts, unter anderem Sigmund Freud, als Grundlage ihrer Überlegungen. Für den Regisseur Fabian Gerhardt, der zusammen mit Stefan Wipplinger auch die Spielfassung erstellte, bildet Schrebers Werk den Ausgangspunkt für eine künstlerische Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche. Die Uraufführung ist am 27. April in den Kammerspielen.

Das Schauspielhaus Bochum betritt die digitale Bühne. Autor und Designer Stefan Scheer, der seit 2010 auch das Design des Schauspielhauses verantwortet, hat das erste von einem Theater beauftragte Spiel für Smartphones entwickelt. In der App, die sich mit dem Thema Träume beschäftigt, werden Zuschauer*innen zu Spielenden und somit selbst zu Akteur*innen der interaktiven Geschichte. Anlässlich der Premiere des App-Games laden wir zu einem Abend mit Multimedia-Vortrag am 14. April in der Eve Bar.
Auch die letzte „Reportage Live“, die wir in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Magazin REPORTAGEN veranstalten, beschäftigt sich auf besondere Weise mit dem Thema Träume. Der Schweizer Illustrator Christoph Fischer hält seine Traumfragmente direkt nach dem Aufwachen, noch im Halbschlaf, in Skizzen mit farbigem Filzstift fest. Von seinem Ringen mit dem Schlaf, der Erschöpfung, und der Notwendigkeit, die Traumgeschichten für sein Publikum aufs Papier zu bringen, handelt seine Reportage Während ich schlief, die wir am Morgen nach dem Launch der Game-App, am 15. April um 11:00 Uhr im Mittleren Foyer präsentieren. Und – in der Nacht dazwischen haben interessierte Zuschauer*innen die Gelegenheit im Foyer des Schauspielhauses zu übernachten! (Weitere Infos auf unserer Website.)

Herzliche Grüße

Christine Hoenmanns

Pressemappe

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