Jugend ohne Gott

nach dem Roman von Ödön von Horváth
Regie: Martina van Boxen
Wer die Wahrheit spricht, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Als Ödön von Horváth 1937 seinen Roman schrieb, war ihm die politische Entwicklung allgegenwärtig. Am Beispiel einer namenlos gewordenen Generation Jugendlicher zeichnete er den Verlust von Individualität und autonomem Denken innerhalb eines totalitären Systems nach. Begründete Einwände des Lehrers, der an die Menschlichkeit seiner Schüler appelliert, erzielen vielmehr die gegenteilige Wirkung. Den persönlichen Schaden vor Augen schweigt lieber, wer sich selbst nicht an den Pranger liefern will. Vorteile lassen sich schließlich auch aus Opportunismus schlagen. Ideologische Angebote dafür liefert bei Horváth den Heranwachsenden die Gesellschaft auf ihre Weise.
Mit „Jugend ohne Gott“ schuf der Autor nicht zuletzt eine Kriminalgeschichte über erste Liebe und Sexualität, über Gewalt, Gleichgültigkeit und über die Suche junger Menschen nach Orientierung. Ebenso ringen auch die Erwachsenen um einen Umgang mit der Wahrheit. Woraus die Fragen nach der eigenen Verantwortung und der Notwendigkeit in finsteren Zeiten zu handeln resultieren. Fragen, die sich nicht weniger drängend heute wieder stellen.


Martina van Boxen (*1960) ist Leiterin des Jungen Schauspielhauses. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. Zuletzt schrieb und inszenierte sie „Nalu und das Polymeer“.
In Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste
Premiere: 2. Februar 2018, Kammerspiele

Die nächsten Termine

Premiere
Fr 02.02.2018
19:30, Kammerspiele
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Sa 03.02.2018
19:30, Kammerspiele
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