Auf der Suche nach der Arbeiterklasse

Eine Recherche
Wann wir schreiten Seit’ an Seit’ – wo sind die Arbeiter geblieben? Das stolze Rückgrat des Wohlstandes, das bescheiden und solidarisch seinen Traum vom persönlichen Glück verfolgt? Romantisierender Kitsch verzerrt die Wirklichkeit ebenso wie das zeitgenössische Schreckensbild totaler Würdelosigkeit, das nicht nur in nachmittäglichen Scripted-Reality-Formaten sein mediales Unwesen treibt. Dabei sollte das Proletariat doch als revolutionäres Subjekt für eine bessere Welt sorgen. Wieso es dazu (bisher) nicht gekommen ist, und wie sich sozialer Wandel in Kunst und Kultur wiederspiegelt, untersuchen Tom Thelen und Simon Meienreis gemeinsam mit Professor Stefan Berger und zahlreichen weiteren Gästen.
22.11.2017, 19:30 Uhr (Einlass)
#1

Was soll eigentlich eine „Arbeiterklasse“ sein? Was ist aus ihr geworden und wo lassen sich Spuren von ihr heute finden? Als Arbeiter, gar als Teil einer „-klasse“ verstehen sich die wenigsten Menschen heute.  Doch wird „Der Arbeiter“ ab und zu wieder aus der Schublade geholt; in verstaubten marxistisch-leninistischen Lesekreisen ebenso wie in jüngeren zweifelhaften Erklärungsversuchen des Aufstieges von AfD und Pegida. Angesichts einer auseinanderdriftenden Welt muss die Frage nach Klassenbewusstsein und (internationaler) Solidarität vielleicht stets neu gestellt werden.

Mit: Frank Baier, Prof. Stefan Berger, Hannah Bruns, Juliane Fisch, Simon Meienreis, Anny und Thomas Schmitz, Tom Thelen
4.1.2018, 20:00 Uhr
#2

Ebenso wie sich Arbeitswelten wandeln, wandeln sich auch künstlerische und mediale Darstellungen der Arbeiterklasse und Spielarten des Klassismus. Vom Einzug der Arbeits-und Streikrealität in die Literatur Heinrich Kämpchens bis hin zur zeitgenössischen Zeichnung von prekären Schreckensbildern - Klassen werden auch kulturell konstruiert, reflektiert, idealisiert und stigmatisiert. Dabei stellen sich Fragen sowohl nach Motivation und Nutzen als auch nach Resonanz und Anschlussfähigkeit an dargestellte wie konsumierende Milieus. Im zweiten Teil der Recherchereise werfen wir Schlaglichter auf einzelne Beispiele aus Literatur, Film und Musik.

Mit: Professor Stefan Berger (Institut für Soziale Bewegungen Bochum), Boris Gott (Liedermacher aus Dortmund), Hanneliese Palm (Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt), Mehmet Akif Büyükatalay (Filmemacher)
21.2.2018, 20:00 Uhr
#3

Im dritten Teil der kulturellen Spurensuche fragen Tom Thelen und Simon Meienreis nach den Veränderungen von Arbeitswelten durch Digitalisierung und „Industrie 4.0“ und loten neue Chancen auf Solidarität und soziale Freiheit aus.
Zu Gast sind unter anderem Yannik Kalff von der Universität Osnabrück und Manfred Wannöffel von der Ruhr-Universität Bochum. Außerdem werden Annie und Thomas Schmitz diesmal ihren Imbisswagen mitbringen und ab 18:00 Uhr vor der Eve Bar aufstellen. Es lohnt sich, nicht nur Neugier auf das Thema, sondern ausreichend Hunger auf die Spezialitäten von Bruno's Imbiss mitzubringen!

Die nächsten Termine

Mi 21.02.2018
20:00, Eve Bar
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