Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken

Eine Rechtfertigung von Daniel Paul Schreber in einer Theaterfassung von Stefan Wipplinger und Fabian Gerhardt
Regie: Fabian Gerhardt
Dieser Text ist ein Abenteuer. Er ist die detailversessene Autobiografie eines Psychotikers, ebenso krude und dabei voll bestechender innerer Logik, wie es der vollständige Titel vermuten lässt: „Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken, nebst Nachträgen und einem Anhang über die Frage: Unter welchen Voraussetzungen darf eine für geisteskrank erachtete Person gegen ihren erklärten Willen in einer Heilanstalt festgehalten werden?“ Damit veröffentlichte der sächsische Jurist Schreber im Jahr 1903 ein bizarres System von Rechtfertigungen. Geschrieben während des erzwungenen Aufenthalts in einer psychiatrischen Einrichtung, mischen sich Alltagsbeschreibungen mit aberwitzigem Größenwahn und wissenschaftlichen Argumenten. Schreber tritt den Beweis an, dass er zwar krank, aber der gottbestimmte Mittelpunkt des Universums sei. Der eigentlich nicht-belletristische Text bietet poetische Vielschichtigkeit und faszinierende Interpretationsspielräume. So diente er vielen Denkern des 21. Jahrhunderts, unter anderem Sigmund Freud, als Grundlage ihrer Überlegungen. Für uns bildet Schrebers Werk den Ausgangspunkt für eine künstlerische Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche.


Fabian Gerhardt (*1971) hat am Schauspielhaus Bochum bereits „Arc de Triomphe“ nach dem Roman von Erich Maria Remarque inszeniert. Er ist ausgebildeter Schauspieler und inszeniert u. a. am Staatstheater Dresden, Schauspiel Frankfurt, Deutschen Theater Berlin und an der Neuköllner Oper.
Uraufführung: 27. April 2018, Kammerspiele

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Uraufführung
Premiere
Fr 27.04.2018
19:30, Kammerspiele
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