Geschlossene Gesellschaft

von Jean-Paul Sartre
Regie: Frederick Krieger
In einem Hotelzimmer treffen drei kürzlich Verstorbene aufeinander. Im Leben sind sie sich nie begegnet, jetzt werden sie die Ewigkeit miteinander verbringen. Denn obwohl die Folterinstrumente fehlen, sind sie in der Hölle. Argwöhnisch umkreisen sich diese drei Leidensgenossen. Sie beteuern ihre Unschuld und spielen den anderen vor, jemand zu sein, der sie nie waren. Aber die Lügen sind schnell entlarvt, das soeben verlorene Leben mit all seinen Verfehlungen entblößt und das mühsam aufgebaute Bild ihrer selbst beginnt zu bröckeln. Denn in einem Zimmer, in dem das Licht immer brennt und der Schlaf niemals kommt, ist jeder den Blicken und damit dem Urteil der anderen schutzlos ausgeliefert. In einem Zimmer ohne Spiegel, in dem die Erinnerung an das eigene Leben langsam verblasst, wird jeder durch den Blick des anderen geformt: Bin ich ein guter oder ein schlechter Mensch? Bin ich schuldig oder unschuldig? Bin ich begehrenswert? Körperliche Schmerzen sind unnötig, wenn das Selbstbild zur Zielscheibe wird. So werden die drei Menschen zu Folterknechten für einander, ganz ohne Streckbank und Daumenschrauben. Denn: „Die Hölle, das sind die anderen.“


Frederick Krieger (*1990) studierte Theaterwissenschaft und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und wirkte in zahlreichen studentischen und freien Theaterproduktionen mit. Seit 2015 ist er Regieassistent am Schauspielhaus Bochum und arbeitete u. a. mit Marius von Mayenburg, Roger Vontobel, Jan-Christoph Gockel, Daniela Löffner und Anselm Weber.
Premiere: 25. Januar 2018, Theater Unten

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Premiere
Do 25.01.2018
20:00, Theater Unten
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