Angekommen

Ein interaktives Tanztheaterprojekt mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und Jugendlichen aus Bochum
Regie und Choreografie: Guido Markowitz
Kassiopeia, das ist die Schildkröte von Momo, die eine halbe Stunde in die Zukunft schauen und doch nicht sagen kann, was passieren wird. Den Namen dieser wunderbaren Schildkröte hat sich die Wohngruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge gegeben, die in der Evangelischen Stiftung Overdyck in Bochum eine neue Heimat gefunden haben. Auch sie wünschen sich, in die Zukunft schauen zu können, und sei es nur für eine halbe Stunde, denn auch sie können nicht sagen, was sie erwartet. Hinter ihnen liegen die Erfahrungen von Flucht, Krieg und Vertreibung. Allein, ohne ihre Familie, oftmals nach einer langen, gefährlichen Reise sind sie nach Deutschland gekommen. Ob sie angekommen sind, wissen weder wir noch sie, doch wir hoffen für sie, dass sie einen Ort finden werden, an dem sie ankommen und bleiben können. Wenn sie die Volljährigkeit erreicht haben, entscheidet ein Asylverfahren darüber, ob sie in Bochum bleiben oder gehen müssen.

In dem Stück, das Guido Markowitz mit sieben Jugendlichen aus der Wohngruppe „Kassiopeia“ und neun Jugendlichen aus Bochum und Umgebung entwickelt, geht es genau um diesen Moment der Entscheidung: Wer entscheidet, ob die Jugendlichen ankommen dürfen? Was brauchen wir, damit wir ankommen in diesem Land und unserem eigenen Leben, um unsere Zukunft gestalten zu können? Oder bleibt das Leben eine lange Reise? Werde ich jemals meinen Platz finden? Jeder Jugendliche setzt sich mit diesen Fragen auseinander, doch die Flüchtlinge haben eine besondere Perspektive darauf. So nähert sich die Gruppe aus unterschiedlichen Richtungen den zentralen Fragen des Erwachsenwerdens. Über die konkreten Erfahrungen, die die Flüchtlinge in der Vergangenheit gemacht haben, können sie nicht sprechen, dennoch zeigen sie viel von sich und ihrem Leben. So entstehen humorvolle Szenen wie auch Momente voller dunkler Schatten aus der Vergangenheit, Spielszenen, die das Publikum ansprechen und Choreografien, die einfach Spaß machen.
In Zusammenarbeit mit der Ev. Stiftung Overdyck
Premiere: 24. Oktober 2012, Theater Unten
Dauer: 1 Stunde, keine Pause

Besetzung

Regie / Choreografie
Assistenz und Choreografie
Daniela Rodriguez, Kenan Aylap
Video
Uli Sigg
Bühne
Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins des Jungen Schauspielhauses und des Freundeskreis Schauspielhaus Bochum e.V.