Der Prozess

von Jalila Baccar und Fadhel Jaibi nach Motiven von Franz Kafka
Regie: Fadhel Jaibi
„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Tages verhaftet.“ Mit diesem berühmten Satz beginnt Franz Kafkas Roman „Der Prozess“. Was folgt, ist die Geschichte des Bankangestellten Josef K., der vergeblich herauszufinden versucht, wessen er eigentlich angeklagt ist und wie er sich verteidigen kann. Nicht einmal die Existenz des Gerichts, das sich auf dem Dachboden einer heruntergekommenen Mietskaserne eingerichtet zu haben scheint, ist greifbar. Während Josef K. trotz Verhaftung weiter ganz normal seiner täglichen Arbeit nachgeht, ziehen ihm Willkür, Terror durch Unberechenbarkeit und eine permanente diffuse Bedrohung langsam den Boden unter den Füßen weg.
Der tunesische Regisseur Fadhel Jaibi hat die Schizophrenie des Lebens in einem Polizeistaat, der von sich behauptet, ein Rechtsstaat zu sein, in Tunesien jahrzehntelang am eigenen Leib erfahren. Und er war ein wichtiger Vertreter der tunesischen Intellektuellen, als eben dieses System im Januar 2011 zusammenbrach. Gemeinsam mit der Autorin Jalila Baccar und den Schauspielern des Ensembles nimmt er nun Kafkas Roman zum Anlass, eine Parabel auf die Absurdität staatlicher Willkür zu entwickeln, die sowohl von Kafkas Labyrinth als auch von den Ereignissen inspiriert ist, die in den letzten beiden Jahren die Welt verändert haben.
Premiere: 13. Oktober 2012, Kammerspiele
Dauer: 2 Stunden und 15 Minuten, keine Pause

Besetzung

Josef K.
Fräulein Montag / Die Frau des Gerichtsdieners
Ein Wächter / Der Student / Der Maler Titorelli
Anna / Leni
Der Aufseher / Onkel Albert / Ein Fabrikant
Ein Untersuchungsrichter / Der Advokat Huld
Fräulein Bürstner
Ein Wächter / Der Gerichtsdiener / Der Kaufmann Block
Ein Wächter / Der Direktor-Stellvertreter / Der Kanzleidirektor / Ein Priester
Eine Wächterin / Frau Grubach / Die Mutter
Regie
Bühne / Musik
Licht
Yvan Labasse
Dramaturgie

Pressestimmen

17.10.2012
Deutschlandfunk, Christiane Enkeler
Eine sinnfällige und gut überlegte Inszenierung nach Motiven von Kafka
15.10.2012
Ruhr Nachrichten, Max Florian Kühlem
Josef K. in der Folterkammer
Ensemble
Ensemble
Ensemble
Marco Massafra (Josef K.), Nadja Robiné, Anke Zillich und Ensemble
Marco Massafra (Josef K.)
Marco Massafra (Josef K.), Anke Zillich
Matthias Redlhammer, Marco Massafra (Josef K.)
Marco Massafra (Josef K.)