Das Detroit-Projekt

Ein einjähriges internationales Stadt- und Kunstfestival in Bochum mit Partnern aus Deutschland, Großbritannien, Polen, Spanien und den USA
„Bochum ist Opel und Opel ist Bochum!“ – mit diesem Satz beschrieb Herbert Grönemeyer das Verhältnis seiner Heimatstadt zur Autofabrik. In den siebziger Jahren, als 22.000 Menschen im Werk arbeiteten, drückte sich darin der Stolz und das Selbstverständnis der Stadt aus. Heute jedoch sieht Bochum der Schließung des Werkes entgegen: Das Ende einer Ära steht bevor. Damit gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, auch die Identität einer ganzen Stadt wird nicht mehr dieselbe sein. Doch wenn Bochum nicht mehr Opel ist – was wird es dann in Zukunft sein?

Diese Frage nimmt DAS DETROIT-PROJEKT als Ausgangspunkt. Das einjährige internationale Stadt- und Kunstfestival in Bochum, ein Projekt von Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr, stellt Fragen und sucht Antworten zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst. Dafür verbindet es vier europäische Opel-Städte – denn nicht nur in Bochum, sondern auch in Zaragoza (Spanien), in Ellesmere Port/Liverpool (England) und Gliwice (Polen) fürchten die Menschen, ihre Arbeit zu verlieren. Gemeinsam mit ihnen möchte das Projekt der industriellen Abwanderung trotzen und zukunftsweisende Alternativen für Bochum und das Ruhrgebiet entwickeln. Dabei spielen die Bochumer Bürger eine wesentliche Rolle. Auch mit ihnen zusammen wurden im Laufe des Jahres verschiedene (Kunst-)Projekte initiiert.

DAS DETROIT-PROJEKT will Strategien fördern, die Städte und ihre Einwohner dazu ermutigen, nicht Opfer, sondern Akteure industriellen Wandels zu sein. Partizipation, kreative Synergien, ungewöhnliche Maßnahmen und die Begegnung mit Kunst im öffentlichen Raum stand im Zentrum des Programms. Künstler, Architekten, Planer und Wissenschaftler aus den beteiligten Opel-Städten hinterfragen Veränderungen und greifen vorhandene Entwicklungen auf.
 
DAS DETROIT-PROJEKT setzt einen lokalen und regionalen Fokus, der eine deutliche internationale Dimension erhält. Drei weitere Standorte von Opel-Niederlassungen in Zaragoza, Ellesmere Port und Gliwice und damit drei europäische Regionen geben wichtige Impulse für die Kunst und die Debatten des DETROIT-PROJEKTS.

Sommerfestival: 26. April bis 5. Juli 2014

Vom 26. April bis zum 5. Juli 2014 fand das Sommerfestival des DETROIT-PROJEKTS statt. Es wurde ein vielfältiges Programm internationaler Künstler und regionaler Partner auf den Straßen und an 20 Orten in der gesamten Stadt Bochum geboten: zum Beispiel in der Innenstadt im Rathaus, im neuen Exzenterhaus oder im Hauptbahnhof, auf dem Gelände des Freies Kunst Territoriums (FKT) in Bochum-Stahlhausen oder am Brunnenplatz zu Gast bei der HuKultur. Ein Höhepunkt war das Bochumer Zukunftsfest am 29. Juni 2014 rund ums Schauspielhaus.

Über 20 Kunstprojekte von internationalen und nationalen Künstlern wurden realisiert. Beteiligt waren und sind die Künstler und Künstlergruppen

Asalto „Saludos de Zaragoza“
A_zofra „This is Zaragoza!“
basurama „Kollektiver Luxus: Bochumer Freizeit und Pflege Werk“
Kristina Buch „Some at times cast light“
Ross Dalziel „Public Engineering“
Esto no es un solar „Das Küchenmobil“
Tim Etchells „How Love Could Be“
Gemeinschaftsgarten e. V. & Zukunftsprojekt n.a.t.u.r. „Grüne Bühne“
Hofmann&Lindholm „Ein Werk verschwindet“
Michał Januszaniec „The Pigeon Project“
Philip Jeck „Liminal“
Christopher Kondek, Christiane Kühl und Klaus Weddig „Shoot out“
Robert Kuśmirowski „Der Keller“
Ari Benjamin Meyers „Just in time, just in sequence“
modulorbeat „One Man Sauna“
Heather & Ivan Morison „All’s well that ends“
Mirjam Strunk „Wandelwerk/mind mine“
Ray Vibration „Overheads on tour“
Studio umschichten „Opelation“
Trayectos „Choreografische Vermessung“

Die entstandenen Arbeiten sind sehr unterschiedlich und auch formal vielseitig. Jeder Künstler, jede Künstlerin und jedes Kollektiv wählte einen eigenen Weg. So steht jede Arbeit für sich und muss als eigener künstlerischer Beitrag zu dem Projekt betrachtet werden. Doch sie alle stellen sich der Tatsache, dass Menschen ihre Arbeit verlieren. Gemeinsam gaben und geben sie einen engagierten Impuls, der die Stadt und ihre Bewohner ermutigt, dass öffentliche Leben und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
Künstlerische Leitung DAS DETROIT-PROJEKT:
Katja Aßmann, Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr
Olaf Kröck und Sabine Reich, Geschäftsführende Dramaturgen des Schauspielhauses Bochum
Ein Projekt von Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr
von Oktober 2013 bis Oktober 2014 im Schauspielhaus und in der Stadt

Pressestimmen

14.6.2014
Neue Zürcher Zeitung, Martin Woker
Ein Denkmal für den Opel Kadett: Zeitenwende im Ruhrpott
4.6.2014
Deutschlandfunk, Petra Ensminger und Michael Roehl
Wie Bochum dem Aus von Opel trotzt
23.5.2014
NRW Skulptur
Das Detroit-Projekt
22.5.2014
Jungle World, Holger Pauler
Das Ende einer Ära
21.5.2014
WAZ, Jürgen Boebers-Süßmann
„Das Detroit Projekt hat jede Menge zu bieten!“
20.5.2014
taz, Hans-Christoph Zimmermann
Feier der Vergänglichkeit
20.5.2014
Monopol Online, Tom Thelen
Autostädte unter sich
19.5.2014
Coolibri, Lukas Vering
This Is Not Detroit: Ein kleiner Rundgang
28.4.2014
WDR Scala, Thomas Frank
Mit Kunst gegen die Geisterstadt
26.4.2014
Arte Journal
Festival: Bochum ohne Opel
25.4.2014
wdr.de, Susanne Schnabel
Inkl. interaktiver Karte! Bochums Zukunft ohne Opel
14.10.2013
Monopol, Tom Thelen
Es geht um alles
Ein Projekt mit
gefördert durch die
Das internationale Stadt- und Kunstfestival in Bochum stellt Fragen und sucht nach Antworten zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst in Europa. Von Oktober 2013 bis Oktober 2014.
Lichtinstallation „How Love Could Be“ von Tim Etchells, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Lichtinstallation „How Love Could Be“ von Tim Etchells,
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Grüne Bühne auf dem Theatervorplatz
Grüne Bühne: Anpflanzen am 27. April 2014
Katja Aßmann, Dr. Ottilie Scholz, Anselm Weber, Jan Willem Huda
Grüne Bühne auf dem Theatervorplatz
Wandelwerk/Mind Mine
Wandelwerk/Mind Mine
Bei der Vernissage von SHOOT OUT
SHOOT OUT
The Pigeon Project im Exzenterhaus
The Pigeon Project im Exzenterhaus
Der Keller
Robert Kuśmirowski: Der Keller
„Liminal“ in der Jahrhunderthalle
„Liminal“ in der Jahrhunderthalle
One Man Sauna
One Man Sauna
Choreografische Vermessung im Hauptbahnhof
Choreografische Vermessung am Bergbau-Museum
Saludos de Zaragoza
basurama „Bochumer Freizeit und Pflege Werk“
basurama „Bochumer Freizeit und Pflege Werk“: Workshop „Liegestuhl bauen“
Overheads on Tour
Overheads on Tour
Public Engineering
Public Engineering
Just in time, just in sequence
Just in time, just in sequece
Just in time, just in sequence
Zukunftsfest
Zukunftsfest
Zukunftsfest
Opelation
Opelation von Studio umschichten
Das Küchenmobil
"Das Küchenmobil" in Zusammenarbeit mit HuKultur