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Christine Schönfeld, Otto Sander - FOTO Birgit Hupfeld
Marc Oliver Schulze, Martin Horn - FOTO Birgit Hupfeld
Marc Oliver Schulze, Martin Horn, Christine Schönfeld - FOTO Birgit Hupfeld
Thomas Bernhard
Der Ignorant und der Wahnsinnige
Stück in zwei Szenen


In der Opern-Garderobe erwarten der Doktor und ihr blinder, trunksüchtiger Vater ungeduldig das Erscheinen der weltberühmten Sängerin, der „Koloraturmaschine“, die sich als absolutes Kunstgeschöpf zur Spezialistin für Mozarts Königin der Nacht perfektioniert hat. Währenddessen doziert der Doktor über das korrekte Sezieren menschlicher Leichen. Die Königin der Nacht erscheint erst zur Ouvertüre, wird gerade noch in letzter Sekunde von ihrem Faktotum Frau Vargo angekleidet und geschminkt. Nach der Vorstellung dinieren der Vater, der Doktor und die König der Nacht in einem Separée des Edel-Restaurants „Zu den drei Husaren“. Zu Tode erschöpft, fantasiert die Sängerin davon, alle weiteren Vorstellungen abzusagen. Die Szene versinkt schließlich in absoluter Finsternis. Die Lebensflucht in selbstzerstörerischen Perfektionismus und Wiederholungszwang einerseits, die Ausbruchsfantasien aus einer lebenserhaltenden Routine andererseits sind die immer neu variierten Grundthemen der Bernhardschen Stücke, aus denen der Dramatiker eine Komik jenseits der Verzweiflung entwickelt. 

Regie  Burghart Klaußner
Bühne  Jens Kilian
Kostüme  Dagmar Morell

Besetzung116
Frau Vargo Karin Moog
Königin der Nacht Christine Schönfeld
Kellner Winter Martin Horn
Vater Otto Sander
Doktor Marc Oliver Schulze
 

Pressestimmen

Man muss annehmen, dass der Regisseur Burghart Klaußner, (der ja selbst ein renommierter Schauspieler ist), seine Kollegen sehr intelligent dazu angeleitet hat, entspannt und trocken zu agieren; er seinerseits verfährt bei dieser überraschend schönen Ausgrabung ohne jeden Beweisdruck, mit offensichtlichem Gespür für die Qualität des Textes.
(Süddeutsche Zeitung)

Otto Sander hat nur wenig Text – und deshalb die schwierigere Rolle. Er spielt virtuos – seine Körpersprache und seine Mimik kommentieren punktgenau die nicht enden wollende Suada des Doktors, des Wahnsinnigen. Sublim und ausdrucksstark zugleich ist das Spiel der Hände, Sander zeigt mit ihnen Ungeduld, Spannung und Abwehr – ein Meister seines Fachs.
(Deutsche Presse Agentur)

Schon lange hat man Otto Sander, der sich fast ganz auf seine singuläre Stimme spezialisiert zu haben schien, nicht mehr so bravourös erlebt, wie hier.
(Süddeutsche Zeitung)


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