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Foto: Bernd Rademacher, Lena Schwarz, Wolfgang Michael -
Foto: Sven Gey, Lena Schwarz, Wolfgang Michael -
Foto: Bernd Rademacher, Wolfgang Michael -
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Premiere
Uraufführung

Roland Schimmelpfennig
Der elfte Gesang

„Ein Mann betritt ein Zimmer, einen Saal, eine Halle, einen Hangar. Oder so etwas wie ein unterirdisches Feld, einen Acker unter Tag. Der Mann ist hier, um einen Toten nach der Zukunft zu befragen: Teiresias. Wer will das nicht: in die Zukunft sehen können. Und wer würde nicht gerne einmal, nur ein einziges Mal mit den Toten sprechen können: erzähl mir wie es war, wie war es wirklich, damals. Eine Begegnung mit Menschen, deren Zeit vorbei ist.
Aber wer sagt, ob hier nicht alles vollkommen durcheinander gerät: Vielleicht ist der Blick eines Toten in die Zukunft nichts als die verzweifelte Rekonstruktion einer verlorenen Vergangenheit. Um ihren Tod zu begreifen, feiern die Toten das Leben. Jeder wiedergefundene Moment ist kostbar. Schön war die Zeit, sagt einer. Wann waren wir wirklich lebendig, wirklich wirklich lebendig.
Als ich mit der die Straße lang gelaufen bin, Hand in Hand, hoffnungslos verliebt.
Lass uns tanzen.
Die Schatten der Unterwelt durchleben immer wieder die wichtigsten Momente ihres Lebens – aber welche Momente sind wichtig, welche unwichtig. Wer soll das am Ende eines Lebens entscheiden?
Odysseus braucht den toten Seher Teiresias, um in die Zukunft zu blicken, aber die Toten brauchen Odysseus, um ihre Vergangenheit zu deuten. Sie versuchen verzweifelt, ihrer Vergangenheit einen Sinn zu geben.
Odysseus selbst kann keine Antworten geben, denn ihm selbst geht, zurückblickend auf die verlorene Zeit im Krieg und ausblickend auf die vor ihm liegenden Gefahren, der Sinn verloren. Er schnappt nach Luft. Wohin von hier noch aufbrechen?
Aber es sammelten sich unzählige Scharen von Geistern Mit grauenvollem Geschrei, und bleiches Entsetzen ergriff mich.“

Roland Schimmelpfennig


Der Eingang zur Unterwelt als Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zwischenstation für den heimatlosen Heimkehrer. Roland Schimmelpfennig ist (mit bislang mehr als zwanzig Stücken) nicht nur einer der produktivsten deutschsprachigen Stückeschreiber, er ist mit Übersetzungen in über zwanzig Sprachen und Aufführungen in 40 Ländern der weltweit meistgespielte deutsche Gegenwartsdramatiker. Im Rahmen der "Odyssee Europa" beschäftigt er sich mit der Unterweltfahrt des Odysseus aus dem elften Gesang von Homers Epos. 

Regie  Lisa Nielebock
Ausstattung  Sascha Gross
Videokonzeption  Piotr Gregorowicz

Besetzung116
Mit Margit Carstensen, Karin Moog, Veronika Nickl, Lena Schwarz, Thomas Anzenhofer, Andreas Bittl, Manfred Böll, Bernhard Schmidt-Hackenberg, Sven Gey, Henning Hartmann, Marco Massafra, Bernd Rademacher, Wolfgang Michael, Heiner Stadelmann, Oliver Stern, Maximilian Strestik
 
Der Chor wird komplett ausgestattet von La Perla.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung!
 
La Perla
 

Pressestimmen

„Wolfgang Michael spielt eine doppelte Figur: den kettenrauchenden Besitzer eines Lottoladens, der in Erinnerungen schwelgt - und den Odysseus, der sich der Begegnung mit den Toten stellt und damit der Verantwortung der eigenen Untaten. Das Ensemble in Bochum zeigte hohe Sprech- und Schauspielkunst“ (Stuttgarter Zeitung)

„Die Schauspieler in Bochum glänzten weit heller, Roland Schimmelpfennig hätte sich für sein neues Stück „Der elfte Gesang“ kaum eine bessere Uraufführung wünschen können – Lisa Nielebock führte souverän Regie, Wolfgang Michael portraitierte Odysseus virtuos als skrupellosen Intellektuellen.“
(Westfälische Nachrichten)

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