Das Detroit-Projekt

Ein Werk verschwindet

Stadtraumintervention und Film von Hofmann&Lindholm (D)
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ACHTUNG: Aufgrund des Unwetters vom 9. Juni 2014 ist die Eve-Bar zur Zeit leider nicht bespielbar. Als Ersatzort wird zunächst das Foyer im Schauspielhaus genutzt. Treffpunkt bleibt die Eve-Bar. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass aufgrund der Umstände kein verspäteter Eintritt möglich ist.

Der Titel ist Programm: In bester Illusionisten-Manier präsentiert das Konzeptkünstlerteam Hofmann&Lindholm eine Show, auf deren erstaunlichem Höhepunkt das Opelwerk I in Bochum verschwindet.

Während des Festivals wird die filmische Dokumentation des Ereignisses gezeigt, das die Vorstellungskraft einer ganzen Region auf die Probe stellt: Über 5.000.000 Kubikmeter umbauter Raum, mehr als 15.000 Tonnen Stahl, sowie mehrere tausend Maschinen und Anlagen lösen sich von jetzt auf gleich in Nichts auf. Der Film thematisiert nicht allein das Verschwinden eines Automobilwerks in Deutschland: Er stiftet auch Raum für Projektionen und kann als Metapher unserer postindustriellen Gegenwart verstanden werden. Ein Werk verschwindet erzählt von einem Verlust, der nicht nur kollektiv erlebt und hingenommen, sondern auch innerhalb eines bizarr anmutenden Festakts zugelassen und anerkannt wird.  Auf Grundlage von Fakten wird eine Fiktion geschaffen, deren eigentliche Magie darin besteht, dass die Illusion durchlässig ist – für die Realität.

Hannah Hofmann (*1971) und Sven Lindholm (*1968) setzen interdisziplinäre Konzepte um, die zwischen szenischer, bildender und akustischer Kunst changieren. Auf diese Weise sind seit 2000 Stadtrauminterventionen, Theaterabende, Hörstücke, Lectures, Installationen und Filme mit Kooperationspartnern wie dem Schauspiel Köln, dem HAU in Berlin, dem Museum Ludwig, dem Frankfurter Kunstverein, PACT Zollverein Essen, dem FFT Düsseldorf, oder Deutschlandradio Kultur entstanden. 
Häufig beschäftigen sich Hofmann&Lindholm in ihren Arbeiten mit gesellschaftlichen Vorgängen im Kontext historischer Ereignisse, deren Inszenierung und Mechanismen sie hinterfragen, verfremden und sich zu eigen machen. So initiierten sie beispielsweise in der Schweiz Basler Unruhen (2010), entwickelten für Düsseldorf das Format des Revoltainments (2008) und präsentierten in Köln das Archiv der zukünftigen Ereignisse (2011).

Moderation: Bettina Engelhardt und Raiko Küster

Premiere am 16. Mai 2014, 19:30 Uhr und 20:30 Uhr, Endstation Kino
ab 17. Mai 2014 täglich 18:15 Uhr, Eve-Bar

Konzept / Buch / Regie: Hofmann&Lindholm
Sprecher: Roland Görschen
Technische Leitung: Benjamin zur Heide
Produktionsleitung: Alexandra Schmidt
Kamera: Robin Junicke, Daniel Derg, Kevin Barz, Hofmann&Lindholm
Schnitt: Hofmann&Lindholm, Robin Junicke 
Ton: Peter Harrsch, Hofmann&Lindholm
Design: Jan Sickinger
Produktion: Hofmann&Lindholm

Foto: Hofmann&Lindholm / EIN WERK VERSCHWINDET
ENGLISH VERSION

EIN WERK VERSCHWINDET
Urban space intervention and film

Ein Werk verschwindet (“A factory disappears”) ‒ the title says it all: In the style of the best illusionists, the team of concept artists Hofmann&Lindholm present a show in which, at its amazing climax, the Opel factory I in Bochum disappears.

The festival shows the filmed documentation of the event, putting the imaginativeness of a whole region to the test: more than 5,000,000 cubic metres of enclosed space, more than 15,000 tons of steel and several thousand machines and plants vanish in no time at all. The film not only addresses the disappearance of a car factory in Germany: it also provides space for projections and can be seen as a metaphor for our post-industrial present. Ein Werk verschwindet tells of a loss that is not only experienced and accepted collectively, but is also admitted and recognized in the context of a rather bizarre ceremony.  On the basis of real facts the artists create a fiction, whose real magic consists of the illusion being transparent – to reality.

Hannah Hofmann (*1971) and Sven Lindholm (*1968) realize interdisciplinary concepts that alternate between scenic, visual and acoustic art. Since 2000 they are creating interventions in urban space, theatre evenings, radio plays, lectures, installations and films with cooperation partners such as Schauspiel Köln, HAU in Berlin, Museum Ludwig, Frankfurter Kunstverein, PACT Zollverein Essen, FFT Düsseldorf or Deutschlandradio Kultur.

Hofmann&Lindholm’s works frequently deal with social processes in the context of historic events, questioning and alienating their orchestration and mechanisms to adopt them as their own. Thus they initiated Basler Unruhen (2010) in Switzerland, developed the format of Revoltainments (2008) for Düsseldorf and presented the Archiv der zukünftigen Ereignisse (2011) in Cologne.

When: as from May 17, daily 6.15 pm
Where: Eve-Bar at the Schauspielhaus Bochum
Price: Admission free

Concept / book / direction: Hofmann&Lindholm
Presentation: Bettina Engelhardt and Raiko Küster / Speaker: Roland Görschen
Technical direction: Benjamin zur Heide
Production management: Alexandra Schmidt
Camera: Robin Junicke, Delil Aziz, Kevin Barz, Hofmann&Lindholm
Cut: Hofmann&Lindholm, Robin Junicke 
Sound: Peter Harrsch, Hofmann&Lindholm
Design: Jan Sickinger / Production: Hofmann&Lindholm

Hofmann&Lindholm are supported by the Ministry of Family, Children, Youth, Culture and Sports of the state of North Rhine-Westphalia.
Ein Projekt von Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr

Pressestimmen

20.5.2014
taz, Hans-Christoph Zimmermann
Feier der Vergänglichkeit
18.4.2014
Ruhr Nachrichten, Daniela Schmidt
Premiere hinterlässt sprachloses Publikum
Ein Projekt mit
Gefördert durch die
Mit freundlicher Unterstützung durch
Das internationale Stadt- und Kunstfestival in Bochum stellt Fragen und sucht nach Antworten zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst in Europa. Von Oktober 2013 bis Oktober 2014.