Medea

in einer Bearbeitung nach Euripides von Jalila Baccar und Fadhel Jaibi
Regie: Fadhel Jaibi
Wenn wir den Namen Medea hören, denken wir sofort an die ganz großen Gefühle und ihre tragischen Folgen: An Kindsmord und Eifersucht, an Hass und Raserei. Schon deswegen gehört ihre Geschichte bis heute zu den bekanntesten Mythen der griechischen Antike. Aber Medea ist auch die sehr gegenwärtige Geschichte einer doppelten Fremdheit: Einer jungen Frau, die ihre Heimat verlässt, weil sie sich dort, wo sie lebt, fremd fühlt, und statt zu bleiben, lieber dem Mann folgt, den sie liebt: Jason. Und die dort, wo Jason lebt, wieder fremd ist, als Barbarin verschrien und als Ungläubige verunglimpft. Kompliziert wird die Geschichte dadurch, dass auch Jason doppelt fremd ist: In Medeas Heimat gilt er als Eindringling, als Ungläubiger und als Fanatiker, der gekommen ist, um die Kultur des Landes zu zerstören und mit dem Goldenen Vlies das Heiligste zu rauben. Und zu Hause ist er ebenfalls fremd, weil er nicht alleine zurückkommt, sondern Medea mitbringt, die Andersartige, die nicht dazu gehört und so sehr auf den Bräuchen und Kulturen ihres Landes beharrt. Alles eine Frage der Perspektive also. Der tunesische Regisseur Fadhel Jaibi wagt den Versuch eines Perspektivwechsels und erzählt mit einem deutschen Ensemble und der Autorin Jalila Baccar seine überraschend nahe Version einer fremden Medea.
Premiere: 8. Oktober 2010, Kammerspiele
Dauer: 2 Stunden und 15 Minuten, keine Pause

Besetzung

Kreusa, Kreons Tochter / Eine Polizistin
Medeas Anwältin / Khadija, eine Islamistin / Die Stimme / Bianca
Kreon / Der Richter / Ismael, Medeas Onkel
Kemal, Medeas Bruder / Ein Polizist / Ava
Massut, Medeas Cousin / Abdul, ein deutscher Islamist / Ein Gerichtspsychologe / Vladimir
Dada, Medeas Vater / Der Commodore / Kroko
Regie
Bühne
Licht
Yvan Labasse
Dramaturgie

Pressestimmen

11.10.2010
Deutschlandfunk, Christiane Enkeler
Antiken-Schwerpunkt im Bochumer Schauspiel
10.10.2010
Ruhr Nachrichten, Ronny von Wangenheim
Medea würde heute in Duisburg leben
10.10.2010
WAZ, Gudrun Norbisrath
Schauspiel Bochum holt Helden in den Alltag
Nadja Robiné (Medea)
Nadja Robiné (Medea), Stephan Ullrich (Jason)
Nadja Robiné (Medea), Ensemble
Stephan Ullrich (Jason), Nadja Robiné (Medea), Ensemble
Nadja Robiné (Medea), Stephan Ullrich (Jason), Ensemble
Nadja Robiné (Medea), Stephan Ullrich (Jason)
Nadja Robiné (Medea), Marco Massafra (Kemal)
Stephan Ullrich (Jason), Nadja Robiné (Medea)
Nadja Robiné (Medea), Stephan Ullrich (Jason)
Dunja Dogmani (Khadija), Thomas Schweiberer (Vladimir), Nadja Robiné (Medea)
Nadja Robiné (Medea), Stephan Ullrich (Jason)
Nadja Robiné (Medea), Stephan Ullrich (Jason), Ensemble
Nadja Robiné (Medea), dahinter: Dunja Dogmani (Khadija), Thomas Schweiberer (Vladimir)