Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing
Regie: Lisa Nielebock
Lessings „Nathan“ gilt als Meisterstück über Toleranz: Der weise Jude Nathan wird zum Vermittler zwischen den Weltkulturen und führt die Menschen als eine verstreute, sich schlussendlich wieder erkennende Familie zusammen.
Geht es tatsächlich um religiöse Überzeugungen oder sind diese nur Vorwand für politische Strategien? Ist Nathans Weisheit selbstlos oder ist sie kluger Pragmatismus aus purer Not? Als der hoch verschuldete Sultan den reichen Juden in eine Zwickmühle bringen will, rettet sich Nathan strategisch geschickt mit einer Geschichte. Denn: „Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab.“ Und tatsächlich hilft ihm die Ringparabel aus der Bedrängnis. „Toleranz als Verkaufsstrategie“, meint der Islamwissenschaftler Navid Kermani, für den Lessing in Nathan den „ersten Makler der Humanität“ geschaffen hat.
Wenn sich am Ende eine multikulturelle Patchworkfamilie aus Juden, Christen und Muslimen an einem Tisch zusammenfindet, müsste die eigentliche Arbeit des Zusammenlebens beginnen. Und genau hier könnte das Stück auch seinen Anfang nehmen.
Bochumer Premiere: 14. Oktober 2010, Kammerspiele
Dauer: 2 Stunden, keine Pause

Besetzung

Nathan, ein reicher Jude in Jerusalem
Recha, dessen angenommene Tochter
Daja, Christin, Rechas Gesellschafterin
Ein junger Tempelherr
Sultan Saladin
Sittah, dessen Schwester
Ein Klosterbruder / Ein Derwisch / Der Patriarch von Jerusalem
Kostüme
Licht
Andreas Bartsch, Bernd Felder
Dramaturgie
Bettina Engelhardt (Sittah), Andreas Grothgar (Saladin)
Barbara Hirt (Recha), Krunoslav Šebrek (Tempelherr)
Jürgen Hartmann (Nathan)
Jürgen Hartmann (Nathan), Andreas Grothgar (Saladin)
Holger Kunkel (Patriarch), Krunoslav Šebrek (Tempelherr)
Andreas Grothgar (Saladin), Krunoslav Šebrek (Tempelherr)
Jürgen Hartmann (Nathan)
Jürgen Hartmann (Nathan), Henriette Thimig (Daja)
Krunoslav Šebrek (Tempelherr), Henriette Thimig (Daja)
Jürgen Hartmann (Nathan), Barbara Hirt (Recha)
Andreas Grothgar (Saladin), Jürgen Hartmann (Nathan), Krunoslav Šebrek (Tempelherr)