Das Detroit-Projekt

Opelation

Installation und Mitmachaktion von Studio umschichten
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Wenn Opel seine Bochumer Werkshallen schließt, bleibt eine große Menge Material zurück. Was geschieht mit den verbleibenden Materialressourcen? Das Stuttgarter Architekturkollektiv Studio umschichten stellt sich dieser Frage. Wie können sie die Ressourcen nutzen, um den Menschen in Bochum ein Stück Glück zu verschaffen? Studio umschichten schlägt vor, das verbleibende Material in Alltagsgegenstände zu transformieren und den Bochumern zur eigenen Nutzung zurückzugeben. Stellvertretend für das kleine Glück stehen dabei Gegenstände wie Garten-Hütten, Balkonverkleidungen für Hochhäuser oder Carports für Einfamilienhäuser. Das Zurückführen des Materials soll die Bewohner dazu anregen eigenständig zu handeln und die Eigenverantwortung wiederzuentdecken. Somit unterwandert Studio umschichten die Krise und sorgt – wenn auch im Kleinen – für das Wohl einzelner Menschen.
Als Pilotprojekt wird im Kleingartenverein Essener Straße eine Hütte errichtet, bei der die Bauherren selbst mit anpacken. Die ursprüngliche Idee, dabei den riesengroßen Schriftzug vom Opel Werk zu verwenden, scheiterte in der Umsetzung. Stattdessen werden die Buchstaben nun aus anderem Material nachgebaut, sodass die Bausteine für die Hütte wortwörtlich „Opel“ bleiben.

Das Kollektiv erklärt seine Vorgehensweise: „Dinge, die für die Ewigkeit geplant werden, unterliegen dem Krampf des Perfektionismus und bremsen ein akutes Handeln. Dies führt zu mangelnden Erfolgserlebnissen, mangelnden Glücksgefühlen und manchmal auch zu Traurigkeit in einer Stadt. Wir bedienen uns der temporären Architektur und lassen geheime Wünsche sofort zum realen Ausnahmezustand werden. Unsere baulichen Interventionen stellen einen Aufschrei an Bedarf, Idee oder Leidenschaft dar. Wir materialisieren eine bestimmte Theorie, ein Problem, eine Gegebenheit oder eine Konstellation von Mensch, Maschine und Material. Die Projekte bilden stets das Korsett von Zwängen, Bedingungen und Umständen, in denen wir entstehen, ab. Wir forschen hart am Limit von Angst und Liebe im urbanen Raum.“
 
Studio umschichten nutzt temporäre und verlassene Architektur als Ansatz für Sofortmaßnahmen und schafft gebaute Interventionen, um die lokalen Bedürfnisse und Ideen einer Stadt sichtbar zu machen. Studio umschichten visualisiert Theorien, Probleme oder eine Konstellation von Menschen und Material, indem es über Stadt-Identitäten und die Darstellung der verschiedenen sozialen und kulturellen Gruppen in einer Stadt nachdenkt. Neben verschiedenen Projekten und Interventionen u.a. in Berlin, Hamburg und Warschau  war das Kollektiv Teil der von Urbane Künste Ruhr initiierten Stadt-Labore in Bochum.

1. Juli 2014, 18 Uhr: Eröffnung
2.-4. Juli 2014: Die Laube ist zwischen 16:00-21:00 Uhr öffentlich zugänglich

Kleingartenverein Essener Straße, Essener Straße 81, 44793 Bochum
ENGLISH VERSION

OPELATION
Installation and Join-in action

When Opel closes its factory in Bochum, huge quantities of material will remain. What will happen with these material resources? The architects’ collective from Stuttgart, Studio umschichten, confronts this question. How can they use the resources in order to give the people of Bochum a piece of happiness? Studio umschichten wants to convert the remaining material into everyday objects and return them to the citizens of Bochum for their own use. A showroom displaying the transformation and the new objects will be set up in the Eve-Bar at Schauspielhaus Bochum. Items created could be roofs for allotment huts, balcony cladding for high-rise buildings or carports for family homes. The restoration of the material aims to encourage people to act on their own initiative. Studio umschichten thus undermines the crisis and takes care of individual people’s well-being, albeit on a small scale.

The collective explains its approach: “Things that are planned for eternity are subject to compulsory perfectionism that restricts acute action. This leads to a lacking sense of achievement and happiness, sometimes even to sadness in a city. We use temporary architecture to make secret wishes become a real state of exception immediately. Our constructional interventions constitute an outcry of need, ideas or passion. We  materialize a certain theory, a problem, a given condition or a constellation of human being, machine and material. The projects always depict the straightjacket of compulsions, conditions and circumstances that restricts us. We research close to the limit of fear and love in urban space.“

Studio umschichten (Peter Weigand and Lukasz Lendzinski) uses temporary and abandoned architecture as an approach to immediate actions and creates constructed interventions to make the local needs and ideas of a city visible. Studio umschichten visualizes theories, problems or a constellation of man and material by reflecting on city identities and the representation of different social and cultural groups in a city.

When: May 30 to June 6, June 22 to 29, 2014
Where: Eve-Bar, Schauspielhaus Bochum and at different places in the c it y
Price: free of charge
Ein Projekt mit Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr

Pressestimmen

4.7.2014
Ruhr Nachrichten, Benjamin Hahn
„Opel“ leuchtend orange im Kleingarten
Ein Projekt mit
Gefördert durch die
Das internationale Stadt- und Kunstfestival in Bochum stellt Fragen und sucht nach Antworten zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst in Europa. Von Oktober 2013 bis Oktober 2014.