Wir

nach dem Roman von Jewgenij Samjatin
Regie: Christoph Kalkowski
Der Roman „Wir“ von Jewgenij Samjatin entstand 1920 lange vor Orwell und Huxley und beeinflusste deren bekannter gewordenen Werke „1984“ und „Schöne neue Welt“ maßgeblich. Seine düstere Vision eines übermächtigen Überwachungsstaates, an dessen Spitze der „Wohltäter“ steht, wirft die Frage der individuellen Entscheidung zwischen Regimetreue im Interesse der eigenen Karriere und dem Aufbegehren für die Freiheit auf. Die verblüffende Aktualität des Romans liegt in der fundamentalen Freiwilligkeit der völligen Überwachung. In Samjatins Welt herrscht kein Polizeistaat, die Menschen melden sich freiwillig zur Hinrichtung, glauben wirklich daran, dass sie krank und fehlerhaft sind, wenn sie nicht der allgemein akzeptierten Norm entsprechen und sich der stetigen Steigerung der Wertschöpfung verweigern.
„Wir“ ist eine Kritik am willfährigen Opportunismus, in dem sich das Individuum selbst abschafft – ein Aufschrei gegen Totalität und visionslose Unterwerfung. Christoph Kalkowski bringt den Roman mit Symphonieorchester, Tänzern, Schauspielern wie Jana Schulz und Andreas Pietschmann, einem Live-Zeichner und einem Geräuschmacher auf die Bühne.

 
Christoph Kalkowski hat Jewgenij Samjatins „Wir“ für den SWR als Hörspiel realisiert. Die Produktion wurde mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2016 in der Kategorie „Bestes Hörspiel“ und mit dem Jahrespreis 2016 der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Der Regisseur, Autor und Tonmeister war Mitglied der Volksbühne Berlin und realisierte zahlreiche Hörspiele u. a. für Deutschlandradio, WDR und SWR.
Uraufführung: Mai 2018, Schauspielhaus