Zoff in Chioggia

von Nuran David Calis nach Carlo Goldoni
Regie: Nuran David Calis
Chioggia ist ein Fischerdorf in Italien. Und mehr als das: Es ist Haltung, Lebensgefühl – und eine Bar im Zentrum der Welt. Die allerdings nicht so läuft, wie ihr Besitzer Isidoro sich das vorstellt. Ein neues Konzept muss her: Alles soll moderner, hipper, erfolgreicher werden. Doch die Belegschaft des Chioggia ist, wie sie ist: Titta Nane, der Fischer, liebt die wilde Lucietta, die sein Mädchen und Kellnerin im Chioggia ist. Sein Freund Fortunato sieht Dämonen und ist sonst keine große Hilfe. Pasqua hat sich mal in Toni verliebt, als der noch was wollte vom Leben, und Checca wollte nie in der Küche enden, wie ihre Mutter Madonna. Als Isidoro als neuen Barrista Toffulo einstellt, stürzt der sich auf Lucietta und Titta Nane dreht durch. Und mit ihm die Belegschaft und die Gäste. Es gibt Zoff in Chioggia.

Carlo Goldoni schrieb seine Komödie über ein italienisches Fischerdorf im Jahr 1761. Das Chioggia von Nuran David Calis, der Goldoni 2012 für das Schauspielhaus Bochum bearbeitet, liegt immer noch am Meer, vielleicht aber auch mitten im Ruhrgebiet. Die Gäste des Chioggia sind Schauspieler sowie Jugendliche und Street-Art-Tänzer aus der Region. Und die kommen bekanntlich von überall her.

„Nuran Calis hat eine rasante, zeitpolitische Commedia dell´arte geschrieben. Sich lose an Raum und Personal des Originals orientierend, hat er mit dem Chioggia eine Metapher für wegbrechende Sicherheiten geschaffen. Durchgängig stellen sich seine Figuren die Frage nach Lösungen für ein Aufhalten des Verfalls. Die Antwort scheint einfach: Gemeinsam sind wir stark. Doch für die Chioggias ist das eine der schwersten Anforderungen. Warum nicht lieber gehen und das Glück woanders suchen? Warum gemeinsam für eine ungewisse Zukunft kämpfen? Wofür? Die Antworten weiß keiner. Aber vielleicht ahnen sie etwas, vielleicht wittern sie etwas, vielleicht riechen sie ihn schon – den arabischen Frühling!“ (S. Fischer Verlag)
Uraufführung: 28. Januar 2012, Schauspielhaus
Dauer: 2 Stunden und 30 Minuten, eine Pause

Besetzung

Titta Nane
Vincenzo
Toffolo
Padron Toni
Lucietta
Constanze Wächter
Madonna
Checca
Fortunato
Die Gäste im „Chioggia“
Abed Alaoui, Burak Göktepe, Dan Matweta
Die „Dämonen“
Frieda Frost, Janis Heldmann, Marcel Gonzales Villa, Lin Verleger
Musik
Kamera/Bildgestaltung
Markus Krämer
Choreografie
Licht
Denny Klein
Constanze Wächter (Lucietta), im Video: Bettina Engelhardt (Pasqua)
im Vordergrund: Henrik Schubert (Vincenzo), Jürgen Hartmann (Isidoro) [auch im Video], im Hintergrund: Ensemble
Jürgen Hartmann (Isidoro), Veronika Nickl (Madonna), Bettina Engelhardt (Pasqua), Werner Strenger (Padron Toni)
Ensemble
Krunoslav Šebrek (Titta Nane), Constanze Wächter (Lucietta), Henrik Schubert (Vincenzo), Ismail Deniz (Toffolo), Jürgen Hartmann (Isidoro), im Hintergrund: Ensemble
Ensemble
Lin Verleger (Dämon), Jürgen Hartmann (Isidoro)
Bettina Engelhardt (Pasqua), Barbara Hirt (Checca), Constanze Wächter (Lucietta), Veronika Nickl (Madonna)
Ensemble
Ensemble
Barbara Hirt (Checca), Veronika Nickl (Madonna), Constanze Wächter (Lucietta), Bettina Engelhardt (Pasqua)
Veronika Nickl (Madonna), Dan Matweta (Gast im Chioggia)
Ensemble
Ensemble
Jürgen Hartmann (Isidoro)
Jürgen Hartmann (Isidoro), Veronika Nickl (Madonna), Bettina Engelhardt (Pasqua), Werner Strenger (Padron Toni), Constanze Wächter (Lucietta)
Bettina Engelhardt (Pasqua), Werner Strenger (Padron Toni)