Haben Sie sich heute schon verändert?
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich ständig verändert.
Sprache verändert sich, Ideen ändern sich, Menschen – die nächsten Generationen werden anders sein als wir.
Für diese Veränderungen müssen wir offen sein und neugierig.
Neugierde ist eine Lebenshaltung. Sie ermöglicht Bereicherung.

Wie da das Theater ins Spiel kommt?
Das Schauspielhaus Bochum ist mittlerweile 100 Jahre alt, und das sind 100 Jahre, in denen viele Generationen von Menschen hier alles „aufs Spiel“ gesetzt haben.
Wer sich darauf einließ, ging oft jünger, klüger, mutiger, als er oder sie gekommen war.

Das Theater ist ein Ort der grenzenlosen Freiheit. Vielleicht der letzte Ort dieser Art überhaupt.
Alles darf hier probiert werden.
Ich liebe es, dass man im Deutschen von „probieren“ spricht, wenn man die Proben meint, und nicht von „wiederholen“ wie im Französischen (répéter) oder Englischen (rehearse) oder auch im Niederländischen (repeteren).
Wir probieren. Wir probieren aus.

Das Fantastische ist, dass wir dies an einem Ort tun, der gleichzeitig Kontinuität verspricht, dem Stadttheater.
So kann Vertrauen entstehen. Gemeinschaft.
Ich möchte Sie – Euch – alle ansprechen mit unserem Programm. Was natürlich nicht einfach ist – viele Menschen, viele Meinungen. Mir geht es um den Dialog. Nicht nur um eine Meinung, meine Meinung, sondern ich möchte unterschiedliche Meinungen von unterschiedlichen Menschen kennen lernen.

Dies ist unsere zweite Spielzeit miteinander.
Im vergangenen Jahr gab es vieles Neues am Schauspielhaus zu entdecken.
Neue Menschen, neue Erzählungen, neue Formen, neue Sprachen, neue Orte, neue Spielarten von Kunst, Musik, Theater, Tanz.
Auch wir „Neuen“ am Schauspielhaus haben Entdeckungen gemacht. Auf der Bühne.
In der Stadt. Mit Ihnen und Euch.
Die Entdeckungsreise geht weiter.
Darauf freue ich mich sehr.
Man muss nur immer wieder neu probieren. Mit Neugierde.
Für die Neugierde.

Dazu laden wir Sie und Euch ein, auf diese nächste Entdeckungsreise, mit uns.
Jeden Abend, jeden Nachmittag, manchmal auch morgens, starten wir, zusammen.
Vielleicht finden wir im Vertrauten das Ungeahnte und im Fremden das Verbindende.
Ist das nicht der Reiz?
Man kann nicht zu neugierig sein. Das geht einfach nicht.
Was denken Sie?
Lassen Sie uns das mal probieren: zu neugierig zu sein. Das wäre doch ein schönes Lebensziel.
Ich bin gespannt, was passiert.
Hier in Bochum!

Ihr und Euer

Johan Simons

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