Was für ein Fest wäre das geworden! Herbert Fritsch inszeniert frei aus dem OEuvre von Herbert Grönemeyer, am Schauspielhaus! Alle Augen und Ohren waren auf Bochum gerichtet. Noch sieben Tage bis zur Premiere, das Programmheft schon im Druck, Plakate, Kunstausstellung im Foyer, alles in den Startlöchern … Und dann zieht uns Covid-19 den Stecker. Probenabbruch. Premierenverschiebung. Mensch!

Und jetzt? Bleibt alles anders. HERBERT – das ist die große Bühne, großer Auftritt, die völlige künstlerische Freiheit und vor allem: für alle. Dieser Abend lebt für und mit seinem Publikum. Dieser Abend ist nichts für Abstandregeln und Mundschutzsicherheit, für ein durchlöchertes Parkett, für Zuschauer*innen auf Distanz. Dieser Abend sollte ein Fest werden und soll es immer noch. Also warten wir. Warten wir so lange, bis wir wieder in einem vollen Saal miteinander feiern können: das Theater, die Musik, die Kunst – Herbert hoch zwei!

Warten wir mit steigender Vorfreude auf extended Hits und lyrische Raritäten aus Grönemeyers Feder, von Fritsch geformt zu neuen Klang- und Gesangserlebnissen, mit ’nem Pulsschlag aus Stahl. Grönemeyers Songs und Texte, wie man sie noch nicht gehört hat. Eine Hommage an Deutschlands erfolgreichsten zeitgenössischen Musiker. Eine Sprachoper für Kopf, Bauch, Stimmbänder, Zwerchfell und Gliedmaßen. Für großen Chor, ohne Orchester. Kein Musical, ein Viewsical, vielleicht.

Herbert Fritsch hat sich in früheren Inszenierungen auf seine besondere Weise bereits Künstlern wie Dieter Roth (Murmel Murmel), Konrad Bayer (der die mann) oder Hugo Wolf (Wer hat Angst vor Hugo Wolf?) gewidmet. Jetzt wird der nächste Schritt folgen, das Werk des größten lebenden deutschen Musikers. Für Herbert Grönemeyer, der als Spiritus Rector die Proben begleitet, ist HERBERT auch eine Rückkehr ans Schauspielhaus Bochum, wo er in den 1970er Jahren als Theatermusiker begann. Er sagt: "Fritsch darf alles. Er darf mich zerlegen, zerfleddern, ohne Ehrfurcht, mit Witz. Es lebe das Chaos, der Fritsch‘sche Wahnsinn."

Noch halten wir die Pause-Taste gedrückt. Aber es kommt der Tag, an dem wir wieder auf Play schalten. Und dann heißt es: Kopf hoch, tanzen!

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  • Uraufführung
  • Premiere: früher oder später: aber dann ...!