Beim Mittsommernachtsfest begegnen sich die Adlige Julie und Jean, der Diener ihres Vaters. Ungehemmt flirtet sie ihn an. Julie ist unbeherrscht und unbefriedigt und auf der Suche nach etwas Sinnvollerem als einer standesgemäßen Heirat. Jean verkörpert den Untergebenen, Fremden, Erregenden. Sie provoziert ihn. Er reagiert mit romantisch-ritterlichen Gesten und Worten, warnt Julie jedoch vor sich: Er tauge nicht als Spielzeug.

Nach der gemeinsamen Nacht haben sich die Machtverhältnisse verschoben. Julie erkennt, dass tatsächlich nichts sie miteinander verbindet. Jean zeigt seine brutale Seite, beschimpft Julie. Als ihr Vater jedoch zurückkehrt, wird Jean sofort wieder zum devoten Diener. Für die erschütterte Julie hat er nur noch ein Rasiermesser übrig, das sie willenlos ergreift.

August Strindberg (1849 – 1912) ist Schwedens bedeutendster Dramatiker. Bis heute hat sein berühmtestes Stück Fräulein Julie jenseits aller Standes-Problematik nicht an Faszination eingebüßt. Ein sensibel erzählter, spannender und überraschender Geschlechterkampf, der ins Mark trifft.

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  • Text: August Strindberg
  • #theatre
  • Kammerspiele
Fri, 14.02.
19:30
premiere
Premiere: 14.02.2020
Team:
  • Text: August Strindberg