Wir laden die berühmte Kompanie aus Den Haag ein, zwei herausragende Inszenierungen ihres Repertoires am Schauspielhaus Bochum zu zeigen:

THE BIG CRYING – MARCO GOECKE
Wer die Werke von Marco Goecke kennt, weiß, dass sie immer mit ihm selbst und mit der Zeit zu tun haben, in der sie entstanden sind. Vielleicht ist The Big Crying Goeckes persönlichstes Stück, begonnen im Herbst 2020, kurz nach dem Tod seines Vaters. Es ist ein Stück über Abschied und über alles, was wir verbrennen müssen, sagt der Choreograf, spricht von Körpern, die wie kaputte Motoren sind und von Kostümen, die an die Vorhänge eines Leichenwagens erinnern. Dass zu seiner Musikauswahl ein Death Lullaby gehört, verwundert da nicht, ebenso ins Schwarze trifft Blood Roses der amerikanischen Sängerin Tori Amos, deren manchmal verwirrende und nicht immer nachvollziehbare Poesie Goeckes Tanz sehr nahe ist.
Dass dieses Stück trotzdem mit der ungeheuer feurigen Kraft einer ganzen Kompanie, neunzehn herausragende Tänzerinnen und Tänzer, daherkommt, liegt vielleicht daran, dass gerade bei aller Vergänglichkeit der Tanz und die Choreographie die Freude am Leben und den Drang, lebendig zu sein, zelebrieren.

> zum Trailer von The Big Crying


IMPASSE – JOHAN INGER
Wie überwinden wir die klaffende Lücke der Stagnation? Die Welt, in der wir leben fühlt sich an wie etwas, das dadurch definiert ist, keinen Fortschritt zuzulassen. IMPASSE von Johan Inger beleuchtet dieses menschliche Grundgefühl als verursacht durch Gruppenzwang und den Verlust des Selbst, der durch die endlose Verführung der Ströme von „Neuheiten/Neu-sein“ entsteht.
Das Stück problematisiert die Leichtigkeit, mit der jeder von uns dem folgt, was andere sagen, wodurch wir die Chance verlieren, in diesem Prozess zu wachsen und uns zu entwickeln. Können wir die Fähigkeit nähren, die Entwicklungen dieser Welt gemeinsam und im Ernst zu befragen, um die Fähigkeit zurück zu erlangen, sie uns anders vorzustellen? Durch das ständige Ansteigen der Anzahl der Performer auf der Bühne und das gleichzeitige ständige Minimieren des zur Verfügung stehenden Platzes, wird der Eindruck von Dringlichkeit erzeugt. Fluide Bewegungen und starke Rhythmen werden von den jungen Tänzer*innen des NDT2 in Momente von hysterischem Kathastropenklamauk und manischer Isolation übersetzt, die daran erinnern, dass wir zusammen stärker sind als jeder für sich allein.

> zum Trailer von IMPASSE

 

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  • Place: Schauspielhaus
  • Tags: #dance
Sat.25.09.
19:30 — 21:00
guest performance
Sun.26.09.
18:00 — 19:30
guest performance
  • Nederlands Dans Theater
  • The Big Crying von Marco Goecke & Impasse von Johan Inger