Ein Gast, seine Biografie und eine gute Stunde Zeit. In der Reihe Ein Gast. Eine Stunde lädt Bundestagspräsident a. D. Norbert Lammert zum Gespräch ins Bochumer Schauspielhaus. Jeweils eine Persönlichkeit aus Kultur, Wirtschaft oder Politik berichtet von prägenden Ereignissen in ihrem Leben und diskutiert mit dem Gastgeber gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Norbert Lammert zählt zu den angesehensten Vertretern der deutschen Politik und ist über Parteigrenzen hinweg als profilierter Denker und Redner angesehen. Der bekennende Bochumer ist daneben Theater-, Musik- und Literaturliebhaber. Bisher waren u. a. Herta Müller, Wolf Biermann, Igor Levit und Wolfgang Clement zu Gast.

Gäste

25.10.2020: Joachim Gauck
Nach seinem Theologiestudium war Joachim Gauck u. a. als Pastor und Kirchenfunktionär in der DDR tätig und 1989 Mitbegründer des Neuen Forums. Im März 1990 zog er als Abgeordneter der Bürgerbewegungen, die sich im Bündnis 90 zusammengeschlossen hatten, in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein. Von 1991 bis 2000 war er der erste Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen („Gauck-Behörde“). Anschließend war er vier Jahre lang deutsches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien und wurde 2003 Bundesvorsitzender der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. Am 18. März 2012 wählte die Bundesversammlung Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Bis zum Ende seiner Legislaturperiode 2017 ermutigte er die in Deutschland lebenden Menschen – Einheimische ebenso wie Eingewanderte –,  unter der Leitlinie „Die Freiheit der Erwachsenen heißt Verantwortung“, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Für sein Wirken wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter die Theodor-Heuss-Medaille, der Geschwister-Scholl-Preis, der Europäische Menschenrechtspreis und der Ludwig-Börne-Preis.

13.12.2020: Günther Uecker
Der Maler und Objektkünstler Günther Uecker zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlern von internationalem Rang. Sein Markenzeichen ist der Nagel. Er dient ihm gleichermaßen als Pinsel und Werkstoff für Skulpturen, Relief-Bilder und Prägegrafiken. Zentral dabei ist die Wechselwirkung von Licht und Schatten, die ihre Dynamik aus der Ausrichtung der Nägel erhält. Geboren 1930, studierte Günther Uecker Malerei in Wismar und Berlin. 1953 siedelte er in die Bundesrepublik über, wo er ab 1955 an der Düsseldorfer Kunstakademie weiter studierte. 1961 wurde er Mitglied in der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Künstlergruppe ZERO. 1970 vertrat er Deutschland auf der Kunst-Biennale in Venedig. Seitdem gehört er zu den wichtigsten deutschen Künstler*innen, die auch immer wieder politische Ereignisse und Themen in ihren Werken aufgreifen. Von 1974 bis 1995 unterrichtete Uecker als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Werke werden weltweit ausgestellt. Zu seinen Auszeichnungen zählen u. a. das Große Bundesverdienstkreuz, der Pour le mérite für Wissenschaft und Künste sowie der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, den er 2015 erhielt.

28.02.2021: Charlotte Knobloch
Charlotte Knobloch ist eine der prägendsten Vertreter*innen des organisierten jüdischen Lebens in Deutschland. Geboren 1932 in München, überlebte sie den Holocaust in einem Versteck auf dem Land. Seit 1985 ist sie Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Von 2006 bis 2010 war sie zudem Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Sie gründete die deutsche Sektion der Women‘s International Zionist Organisation mit und war Schatzmeisterin des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland. Sie erhielt weltweit zahlreiche Auszeichnungen für ihr gesellschaftspolitisches Engagement. Seit 2013 ist sie zudem als Commissioner for Holocaust Memory des Jüdischen Weltkongresses tätig.

27.06.2021: Steven Sloane
Nach 26 Jahren beendet Steven Sloane im Sommer 2020 sein Engagement als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. Der 1958 in Los Angeles geborene amerikanisch-israelische Dirigent machte die „BoSy“ zu einem der führenden Orchester Deutschlands und beförderte den Bau des Anneliese Brost Musikforums Ruhr. Im Kulturhauptstadtjahr war er Mitglied des Direktoriums von RUHR.2010. Daneben arbeitet er auch als Gastdirigent mit anderen Orchestern weltweit und hat eine Professur an der Berliner Universität der Künste, wo er eine International Conducting Academy leitet. Von Bochum aus wechselt er als Musikdirektor zum Jerusalem Symphony Orchestra.

 

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  • Ort: Schauspielhaus
  • Tags: #Talk
Norbert Lammert im Gespräch mit Joachim Gauck
So, 25.10.
11:30 - 12:30
Ausverkauft
  • Ein Gast. Eine Stunde
  • Norbert Lammert im Gespräch
  • Gastgeber: Norbert Lammert
Foto: DBT/Inge Haar
  • Premiere: 10.11.2019
Team: