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Next Generation verweigert Familientradition. Das Erfolgsstück aus Avignon erstmals in deutscher Sprache.
In dieser portugiesischen Familie gibt es eine ungewöhnliche Tradition: Immer zum Jahrestag der Ermordung der Landarbeiterin Catarina Eufémia am 19. Mai 1954 durch Schergen der Diktatur wird ein Faschist getötet. Stets beginnt der Tag als wohlgelaunte Familienfeier und endet mit der Erschießung eines Delinquenten. Hier wird anscheinend Unrecht gerächt. Doch diesen Sommer rumort es in der Familie. Die jüngste Generation stellt infrage, was seit drei Generationen zelebriert wird. Eine Tochter lehnt als Veganerin neuerdings das Festmahl (Schweinsfüße nach Familienrezept) ab, während die andere das Ritual der Erschießung verweigert und bezweifelt, ob Gewalt überhaupt ein legitimes Mittel zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie sein kann.
Der portugiesische Autor, Schauspieler und Regisseur Tiago Rodrigues leitet seit 2023 das Festival d’Avignon und wurde mit seinem Stück Catarina e a beleza de matar fascistas international gefeiert. Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik, deren Bochumer Arbeit Kinder der Sonne 2023 zum Theatertreffen eingeladen wurde, inszeniert das Stück voller moralischer Fallstricke nun zum ersten Mal in deutscher Sprache.
Informationen zum Stück
- Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten
- von Tiago Rodrigues
- Deutsch von Niki Graça
- Regie: Mateja Koležnik
- Mit: Rainer Bock, Konstantin Bühler, Felix Knopp, Ole Lagerpusch, Carla Richardsen, Mona Vojacek Koper, Alexander Wertmann, Elsie de Brauw
- Ort: Schauspielhaus
- Dauer: ca. 1:40, keine Pause
- Premiere: 14.02.2026
- Sprache: DE EN
Informationen zu den Vorstellungen
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Vorstellungen
Beteiligte
- Regie: Mateja Koležnik
Alle Beteiligten
- Regie: Mateja Koležnik
- Bühne: Raimund Orfeo Voigt
- Mitarbeit Bühne: Isabela Voicu
- Kostüm: Ana Savić-Gecan
- Choreografie: Magdalena Reiter
- Video: Philipp Haupt
- Lichtdesign: Bernd Felder
- Komposition: Alen Sinkauz, Nenad Sinkauz
- Klanggestaltung: Jordy Zoet
- Dramaturgie: Dorothea Neweling
- Regieassistenz: Linda Hecker
- Bühnenbildassistenz: Nina Terbeck
- Kostümassistenz: Paula Glawion, Lara Türkcü
- Regiehospitanz: Christina Maria Sutter
- Kostümhospitanz: Bruno McGettrick, Siri Gersch
- Dolmetscherin : Anja Wutej
- Sprachcoaching: Roswitha Dierck
- Soufflage: Isabell Weiland
- Inspizienz: Ulrike Schaper
- Übertitelung: Kerstin Degener, Frank Hebenstreit
Rollenbesetzung
- Marco: Alexander Wertmann
- Pedro: Felix Knopp
- Rui: Konstantin Bühler
- Isabel: Elsie de Brauw
- Beatriz: Mona Vojacek Koper
- António: Rainer Bock
- Sara: Carla Richardsen
- Romeu: Ole Lagerpusch
Bilder
Foto: Armin Smailovic
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Foto: Armin Smailovic
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Pressestimmen
Pressestimmen
„Wie viel faschistisches Gedankengut darf öffentlich Raum erhalten? Wie viel Gewalt dürfen wir einsetzen, um dagegen zu kämpfen, dass Faschismus vielleicht die Zukunft ist. Das geht unter die Haut, ist grandios gemacht und wird noch lange in Erinnerung bleiben. So aufwühlend muss Theater sein in aufwühlenden Zeiten.“
Deutschlandfunk, Dorothea Marcus
„Ein grandioser Theaterabend.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hubert Spiegel
„Das ist wirklich ein Theater, das Leute zwingt, Standpunkt zu beziehen. Wo hört der Widerstand auf? Bin ich bereit, einen Faschisten zu töten, wenn es darüber die Chance für eine bessere Welt gibt? Und das ist wirklich aufregend. Das ist richtig spannendes politisches Theater, das ans Eingemachte geht.“
Deutschlandfunk Kultur, Stefan Keim
Mehr Pressestimmen
„Diese Inszenierung fasst das Publikum an wie lange kein Theaterabend mehr.“
Westfälischer Anzeiger
,
Ralf Stiftel
„Catarina ist (vom Finale einmal abgesehen) kein grelles Polit-Theater, sondern eine feingewirkte und dazu erstklassig gespielte Familientragödie. Und die subtile Regie von Mateja Koležnik führt das achtköpfige Ensemble behutsam durch eine Geschichte, die schauern lässt.“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
,
Sven Westernströer
„Es ist ein außergewöhnlicher Theaterabend im Schauspielhaus Bochum [...] Politisches Theater, das dringende Fragen unserer Zeit aufwirft, ein Dilemma benennt und das offensichtlich einen Nerv im Publikum trifft.“
Ruhr Nachrichten
,
Ronny von Wangenheim
„Es ist wirklich sehr erstaunlich, dass im Jahr 2026 ein Theaterstück solche Reaktionen noch erzeugen kann.“
WDR 3 Mosaik
,
Christoph Ohrem