Text
Alexej Nawalnys Briefe aus dem Gefängnis und seine Reden bei Gerichtsverhandlungen sind zu einem speziellen literarischen Genre geworden, in dem einer der berühmtesten politischen Gefangenen als nüchterner Analytiker, als leidenschaftlicher Prophet, strenger und ironischer Ankläger und liebender Ehemann auftritt. Er seziert die russische Regierung, beschreibt die Bedingungen in russischen Gefängnissen, unternimmt Ausflüge in die russische Geschichte und teilt persönliche Erfahrungen. Sein briefliches Vermächtnis erzählt die Geschichte des russischen Widerstands und wie man unter unmenschlichen Bedingungen Menschlichkeit bewahrt.
Katja Kolm begann 2021, Alexej Nawalnys Gefängnisschriften zu sammeln. Nach jahrelangen Vorbereitungen, angetrieben von dem Wunsch, diese bemerkenswerten Texte dem deutschsprachigen Publikum nahezubringen, wurde ihre Lesung Hallo, hier spricht Nawalny bei den Salzburger Festspielen 2024 mit freundlicher Genehmigung von Julia Nawalnaja und Unterstützung von Marina Davydova uraufgeführt. Die ausgewählten Schriften fallen in den Zeitraum von September 2020 bis Februar 2024.
Michael Maertens liest die Texte von Alexej Nawalny und Katja Kolm jene von Julia Nawalnaja.
Idee, Konzept und Textauswahl: Katja Kolm
Übersetzung und deutsche Bearbeitung: Katja Kolm und Isolde Schmitt
Katja Kolm
Die österreichische Schauspielerin Katja Kolm arbeitet erfolgreich für Theater, Film und Oper. Mit 18 Jahren ging sie für ein Jahr nach Moskau, wo sie an der Theaterakademie GITIS und am Gnessin-Institut Schauspiel-, Gesangs- und Russischunterricht erhielt, danach studierte sie an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Sie war u.a. festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich unter der Intendanz von Christoph Marthaler und arbeitete als freie Schauspielerin u. a. an der Volksbühne und Maxim Gorki Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus und Volkstheater Wien sowie u.a. bei den Festivals Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Ruhrtriennale und dem Berliner Theatertreffen. Die Regie ihrer über 50 Theaterproduktionen führte u.a. Christoph Marthaler, Stefan Pucher, Andreas Kriegenburg, Falk Richter, Miloš Lolić und Karin Henkel. 2025 war sie in Rebecca Saunders Oper Lash an der Deutschen Oper Berlin zu sehen, unter der Regie von Dead Centre. Für die Rolle der Madame Paradis in dem Film Licht von Barbara Albert wurde sie für den Österreichischen Filmpreis nominiert.
Informationen zum Stück
- Hallo, hier spricht Nawalny
- Briefe eines freien Menschen
- Lesung mit Michael Maertens und Katja Kolm
- Ort: Kammerspiele
- Sprache: DE
Vorstellungen
Beteiligte
Bilder
© Franz Neumayr