Der Hamiltonkomplex, eine Aufführung mit dreizehn 13-jährigen Mädchen, hat das Bochumer Publikum begeistert und berührt wie selten ein Theaterabend. Jetzt kehrt die belgische Ausnahmeregisseurin Lies Pauwels zurück ans Schauspielhaus Bochum. Für ihre neue Kreation bittet sie gemeinsam mit Schauspieler*innen des Ensembles mehrgewichtige Menschen auf die Bühne.

In Anlehnung an eine Epoche, deren Merkmale die Künstlerin auch bezeichnend für eine Beschäftigung mit unserer heutigen Zeit findet, trägt die Aufführung den Titel Baroque. Leben wir nicht in der Verschwendung – etwa von Ressourcen und Konsumgütern – und stehen doch mit der Welt am Abgrund? Und ist diese maßlose Übertreibung nicht eher Ausdruck und Kompensation von großer Unruhe und tiefer Leere? Spüren wir heute nicht mehr denn je die Endlichkeit des Menschen angesichts der Unendlichkeit des Universums (oder auch ungeahnter, globaler Krankheiten)?

Mit ihrer neuen Arbeit möchte Lies Pauwels die Charakteristika des Barock auch im Hinblick auf ihre eigene künstlerische Praxis untersuchen, die mit ihrer Radikalität und Intensität und auch mit ihren Paradoxien barocke Dimensionen zu haben scheint.

Lies Pauwels ist berühmt dafür, wie sie in ihren unvergleichlichen Stücken nichtprofessionelle Darsteller*innen und Schauspieler*innen auf der Bühne zusammenbringt. Mit ihrem intensiven Bildertheater, ihren selbstverfassten Texten und hochemotionalen Soundtracks aus Pop und Klassik lenkt sie unseren Blick auf eine außergewöhnliche Weise auf aktuelle gesellschaftliche Themen. "Selten habe ich einen so berührenden, beklemmenden, verstörenden, geheimnisvollen, heiter gelösten, furchtlosen Theaterabend gesehen." (Andreas Wilink in kultur.west über Der Hamiltonkomplex)

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  • Baroque
  • von Lies Pauwels
    Schauspielhaus
  • Konzept, Text, Regie: Lies Pauwels
  • Uraufführung
  • Premiere: Februar 2021
Team: