Geister begibt sich auf die Suche nach dem Unterdrückten, Ausgelöschten und Verschwundenen in unserer Welt und findet die Spuren von verbrannten Hexen, Queers und anderen Menschen, die nicht zur privilegierten Mehrheit dazugehören. Regisseur Florian Fischer, der bereits zusammen mit Ludwig Berger das Hörstück Unsichtbar über unsichtbare care-Arbeit in der 24-Stunden-Pflege am Schauspielhaus erarbeitete, setzt mit diesem Theaterabend seine Recherche über das Unsichtbar-Sein und -Machen von Menschengruppen in der öffentlichen Wahrnehmung fort. Er entwirft - mit und ohne Sprache - einen Essay für die Bühne, in dem wir ausgelöschte Vergangenheiten sehen lernen. Denn: The past never stops. The past is present. - Erst wenn wir erkennen, dass alles, was wir für normal halten, auch erst erfunden werden musste, wird eine Zukunft wieder vorstellbar.

In deinen Recherchen über die Unsichtbaren bist du auch auf die Hidden-Mother-Fotografie gestoßen. Was ist das?
Florian Fischer: Wollte man in den Anfängen der Fotografie im 19. Jahrhundert ein Foto ausschließlich eines Babys haben, so musste die Mutter, auf deren Schoß das Kind saß, verdeckt werden, unsichtbar sein. Die Mutter verschwindet und damit ein Nachdenken über die Arbeit, die sie verrichtet. Dieser Vorgang des Unsichtbar-Machens, diese Technik des Nicht-Abbildens ist sehr interessant. Es ist wie eine Auslassung in der Geschichtsschreibung. Dieses Material soll unser Startpunkt für die Aufführung werden.

Was schwebt dir für diesen Abend vor? Knüpfst du an dein Hörstück an?
Ja, die performative Form schreibt die akustische fort. Pflegearbeit ist unsichtbar. Und solange sie unsichtbar ist, wird sie nicht honoriert, solange sie nicht honoriert wird, wird sie nicht ausreichend bezahlt, solange sie nicht ausreichend bezahlt wird, ergeben sich Existenz bedrohende Situationen aus ihr. Dafür könnte der Abend unsere Sinne schärfen. Er soll Gedanken und Wahrnehmungen ermöglichen, die uns bis in unseren Alltag begleiten. Wer fehlt hier auf diesem Bild, in dieser Erzählung von unserer Gesellschaft? Wer ist zwar da, aber doch nicht Teil der Gesellschaft – und warum? Und was würde sich für mich, für uns ändern, wenn alle Menschen sichtbar wären?

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Fr, 17.01.
19:30
Premiere
So, 19.01.
19:00
+ 18:30 Einführung
Mi, 22.01.
19:30
Do, 23.01.
19:30
So, 26.01.
19:00
+ anschließend Publikumsgespräch
weitere Termine:
Do, 30.01.
19:30
+ 19:00 Einführung
Fr, 31.01.
19:30
  • Uraufführung
  • Premiere: 17.01.2020
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Rollenbesetzung: