Der Titel klingt fröhlich, wie eine Variante des Kinderlieds Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Aber hinter dieser scheinbaren Harmlosigkeit verbirgt sich das Chaos menschlicher Beziehungen. Zwei Paare treffen nach einer Party weit nach Mitternacht in einer Wohnung aufeinander. Die Gastgeber Martha und George kleben seit Jahren an ihren Lebenslügen und führen einen andauernden Ehekrieg mit klaren Spielregeln: Die andere Person kleiner machen, als sie sich sowieso schon fühlt!

Das junge Paar Nick und Honey ist neu in der Stadt – und offenbar bereit, sich den Spielregeln anzupassen: Zunächst sind die beiden nur Zaungäste des ehelichen Schauturniers, werden aber bald aus ihrer Zuschauerrolle gerissen, voll in den Fight des Gastgeberpaars einbezogen und müssen Stellung beziehen. Dabei wird auch das brüchige Fundament ihrer eigenen Beziehung immer deutlicher. Auf allen Seiten zerplatzen die Illusionen.

Edward Albee hat mit Wer hat Angst vor Virginia Woolf? gewissermaßen die Mutter aller Eheschlachten und Ehedramen geschrieben: voll von boshaftem Humor, messerscharfen Dialogen und überraschenden Wendungen. Ob bei diesem düster funkelnden „Spiel bis zum Tod“ am Ende doch die Liebe siegt? Die Bühne ist jedenfalls bereitet. Oder um mit Marthas Worten zu sprechen: „Die Gäste sind da! Das Fest beginnt!“

Zum Gespräch mit Regisseur Guy Clemens
 

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  • Ort: Schauspielhaus
  • Dauer: 2:10, keine Pause
  • Uraufführung/Premiere: 28.01.2023
  • Sprache: DE
Sa.09.03
19:30 — 21:40
Schauspielhaus
Alle Beteiligten
Rollenbesetzung
Pressestimmen

Guy Clemens' besonnene Regie gestattet, dass wir uns sogleich wieder von Albees analogem Killerspiel und gewalttätigem Schaustück (Diskurshoheitsansprüche freundlich außer acht lassendem) gefangen nehmen lassen, aber dennoch frei bleiben, sodass die Gedanken Tanzschritte machen dürfen und das Ende der Illusionen zweier Menschen in ihrer geteilten Einsamkeit mit dem Untergang eines Imperiums verbinden, was gerade in diesen Tagen eines neuen alten Totalitarismus eigene Wahrheit hat.
nachtkritik.de, Andreas Wilink

Die Bochumer Aufführung ist ein Schauspieler-Fest. […] „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ ist in Bochum nicht nur ein Psychodrama, sondern das Porträt einer zutiefst verstörten Gesellschaft. Es geht nicht nur um in Hassliebe ineinander verbissene Intellektuelle, sondern um Menschen, die verunsichert sind und darauf mit Aggression reagieren. Martha und George halten sich immerhin an den Händen, wenn das Licht ausgeht.
WDR 3 Mosaik, Stefan Keim

Die Kostüme, die Bühnenbildnerin Dorothee Curio entworfen hat, verweisen auf die späten Sechziger- oder frühen Siebzigerjahre und sind mit viel Sinn für sprechende Details ausgestattet. Das gilt für die ganze Inszenierung, die dem Text nachhorcht, seinen Rhythmus sorgfältig strukturiert, die Dialoge mal abfeuert wie beim Hochgeschwindigkeitsmikado mit Rasierklingen, aber auch völlige Stille aushält. 
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hubert Spiegel

Mehr Pressestimmen

Beeindruckendes Theater erlebt das Publikum bei "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" am Schauspielhaus Bochum. Ein zeitloses Stück in einer Inszenierung von Guy Clemens, die das Zeug zum Dauerbrenner hat.
WDR 5 Scala , Christoph Ohrem

Riesenjubel im ausverkauften Saal.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung , Sven Westernströer

Der Schauspieler Guy Clemens, seit 2018/19 Ensemblemitglied des Hauses, richtet mit seiner zweiten Inszenierungsarbeit eine saftige Auseinandersetzung mit kuriosen Schauwerten und seelischen Untiefen ein.
Westfälischer Anzeiger , Achim Lettmann

Nach dieser gut zweistündigen, dicht gespielten Ehe-Schlacht bricht tosender Applaus im Schauspielhaus aus.
Ruhr Nachrichten , Britta Helmbold

Ein überaus berührender Abend. Spannend bis zur letzten Minute. Zu Recht Standing Ovations in einer ausverkauften Premiere.
theater:pur , Antje van Bürck

Es ist ein schauspielerisches Fest, den vier Darstellern beim verbalen Gemetzel zuzuschauen, durch perfektes Timing werden Worte zu Messerstichen.
Coolibri , Ariane Schön