Text
Ein epochaler Roman des 20. Jahrhunderts trifft auf Schostakowitschs 10. Symphonie.
„Ich habe erkannt, dass nicht der Mensch machtlos ist gegenüber dem Bösen, sondern das mächtige Böse ist machtlos gegenüber dem Menschen.“
1942. Während Europa in Flammen steht, treibt den Atomphysiker Strum seine bahnbrechende Erfindung in ein moralisches Dilemma: Wie weit darf Wissenschaft gehen, wenn aus ihr Zerstörung entspringt? Und was bleibt vom eigenen Gewissen, wenn Anerkennung und Überleben an Bedingungen geknüpft sind? Gleichzeitig halten in Stalingrad sowjetische Soldaten der Belagerung stand, indem sie von der Parteilinie abweichen, im deutschen KZ schreibt ein Häftling über die Güte, und Krymov muss feststellen, dass sich der Staat bisweilen auch gegen seine Systemtreuen wendet.
Gleich einem Kaleidoskop erzählt Leben und Schicksal – das als Krieg und Frieden des 20. Jahrhunderts gilt – ein ganzes Geflecht von Leben inmitten der Grauen des Krieges: an der Front, in den Lagern, in Wohnzimmern und Kellern. Der russisch-jüdische Schriftsteller Wassili Grossman spürt dem nach, was das Lebendige auszeichnet, und sucht nach Menschlichkeit. Von dieser Suche und den Spannungen zwischen Künstler und Staat zeugt auch Dmitri Schostakowitschs 10. Symphonie von 1953, die die Bochumer Symphoniker im Anschluss an die ersten vier Vorstellungen im Anneliese Brost Musikforum Ruhr spielen.
Audio Inhalte
Informationen zum Stück
- Leben und Schicksal
- nach Wassili Grossman
- in einer Bearbeitung von Koen Tachelet
- Regie: Johan Simons
- Mit: Kostiantyn Beizerov, Pierre Bokma, Elsie de Brauw, Jele Brückner, Konstantin Bühler, Anton Chaikin, Guy Clemens, Linde Dercon, Thomas Fritzler, Victor IJdens, Risto Kübar, Andrii Paliarush, Carla Richardsen, Mara Romei, Yevhen Vladimirov, Mykyta Volkov, Georgios Zerdalis
- Ort: Schauspielhaus
- Dauer: 3:45, eine Pause
- Premiere: 25.04.2026
- Sprache: DE EN
Vorstellungen
Video Inhalte
Beteiligte
- Regie: Johan Simons
Alle Beteiligten
- Regie: Johan Simons
- Bühne: Johannes Schütz
- Mitarbeit Bühne : Daniel Gantz
- Kostüm: Greta Goiris
- Musik: Steven Prengels
- Klanggestaltung: Will-Jan Pielage
- Toncollage: Tristan Wulff
- Lichtdesign: Bernd Felder
- Video: Voxi Bärenklau
- Mitarbeit Video: Sascha Kühne
- Dramaturgie: Koen Tachelet, Marvin L. T. Müller
- Technische Produktionsleitung: Kai Witkowski
- Regieassistenz: Leonie Mevissen
- Bühnenbildassistenz: Alma van der Donk, Sascha Kühne
- Kostümassistenz: Alexis Mersmann, Hyunah Shin
- Regiehospitanz: Olegsandra Yagnyuk, Leonard Schmiel
- Kostümhospitanz FSJ: Bruno McGettrick
- Kostümpraktikum: Paula Linder
- Soufflage: Isabell Weiland
- Inspizienz: Ulrike Schaper
- Sprachcoaching: Roswitha Dierck, Claudia Hartmann
- Übertitelung: Frank Hebenstreit, Sascha Krause-Hebenstreit
Rollenbesetzung
- Mit: Pierre Bokma, Elsie de Brauw, Jele Brückner, Konstantin Bühler, Guy Clemens, Linde Dercon, Victor IJdens, Risto Kübar, Carla Richardsen, Mara Romei
- Cello: Anton Chaikin
- Klarinette: Andrii Paliarush, Kostiantyn Beizerov, Mykyta Volkov
- Schlagzeug: Georgios Zerdalis, Thomas Fritzler
- Viola: Yevhen Vladimirov
Bilder
Foto: Armin Smailovic
Foto: Armin Smailovic
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Pressestimmen
Pressestimmen
„Kann man einen Jahrhundertroman, dessen Erscheinen die Sowjetunion in ihren Grundfesten erschüttert hätte, kann man ein Epos mit tausend Seiten, fünf Dutzend Figuren und zahlreichen Schauplätzen auf die Theaterbühne bringen, als handele es sich um ein Kammerspiel? Man kann. Johan Simons, Bochums scheidendem Intendanten, und seinem Dramaturgen Koen Tachelet ist es gelungen: Leben und Schicksal nach dem Romanepos von Wassili Grossman ist ein fesselnder Theaterabend, knapp vier Stunden lang, konzentriert, intensiv, berührend. Ein historischer Stoff, aber von unvergänglicher Aktualität, und eine puristische, stellenweise geradezu brechtisch anmutende Inszenierung, die mit humanistischem Pathos, also mit der größten Ernsthaftigkeit, der Frage nachgeht, in welchen Winkeln des Herzens das Menschliche überleben kann in unmenschlichen Zeiten.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hubert Spiegel
„Das ist wirklich großes Theater, das nicht nur fordert, sondern einen auch weiterbringt.“
WDR Westart, Christoph Ohrem
„Wassili Grossman war Kriegsberichterstatter der Roten-Armee-Zeitung im Zweiten Weltkrieg. Sein Tausendseiter Leben und Schicksal, der als Krieg und Frieden des 20. Jahrhunderts gilt, wurde verboten, erst 1980 in der Schweiz veröffentlicht – und scheint in Johan Simons' Inszenierung aktueller denn je.“
nachtkritik.de, Gerhard Preußer
Mehr Pressestimmen
„Wassili Grossman weiß wie William Shakespeare alles über die Natur des Menschen, ohne zum Menschenfeind geworden zu sein. Johan Simons und die Zehn auf der Bühne übersetzen Grossmans zersplitternd großes Ganze in geklärte, gehärtete Miniaturen von der Menschwerdung im Unmenschlichen und von der Absurdität des menschlich Unzulänglichen.“
kultur.west
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Andreas Wilink
„Johan Simons hat den 1000-seitigen Roman von Wassili Grossman auf die Bühne gewuchtet – aber nicht als dröhnendes, blutiges Kriegstheater, sondern als eindringliches, fast schon zärtliches Kammerspiel. [...] Eindrucksvoll!“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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Sven Westernströer
„Es ist die immense schauspielerische Leistung des Ensembles, die durch den Schrecken dieser Inszenierung trägt. Rund dreieinhalb Stunden geht das Stück am Schauspielhaus Bochum. Es ist intensiv, fordernd und lässt wenig Zeit zum Aufatmen.“
Die deutsche Bühne
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Lea Nitsch
„Leben und Schicksal, in der Bochum-Schostakowitsch-Edition, ist eine lange Reise ins schwarze Herz des Lebens, in dem Überlebenstrieb und Güte um die Herrschaft ringen.“
Westfälischer Anzeiger
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Edda Breski
„Man spürt das Beben in den Stimmen der Spieler*innen. Man sieht das Glänzen in ihren Augen, wenn die Tränen kommen. Trotz der Textmassen läuft das Ensemble um Konstantin Bühler und Carla Richardsen zu Hochform auf“
Deutschlandfunk / Kultur heute
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Elisabeth Luft
„Ein Kaleidoskop verschiedenster Lebensrealitäten im Krieg. Nüchtern und ungeschönt dargestellt, eindringlich und emotional gespielt, hochaktuell.“
theater:pur
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Giuseppe Chirico
„Simons geht es nicht um die Vergangenheit, er drängt ins Allgemeine.“
Die Zeit
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Sven Behrisch
Kooperationen
Kooperationen
Eine Kooperation mit den Bochumer Symphonikern