Text
Die Jugend probiert den Umsturz aus. Feiern oder fürchten wir sie?
Da lebt ein 17-Jähriger seit Jahren gefangen in einer despotischen Militärakademie und schreibt sich den ersehnten Umsturz von der Seele. Schreibt von Vatermord und Bandenbildung, vom Aufstand der Jungen gegen die Ordnung der Eltern, von extremer Gewalt, in selbstverständlicher Beiläufigkeit auch gegen Frauen, und von radikalem Denken. Im Zentrum: das beliebte Motiv der verfeindeten Brüder, die auf unterschiedliche Weise Rache nehmen. Am Ende: der Geschmack von Freiheit, die über Leichen geht.
Schiller hat sich mit Karl und Franz Moor den doppelten Angriff auf sein Zeitalter imaginiert. Bis heute brennt sein dramatisches Debüt als Schullektüre die revolutionäre Geste in die Köpfe immer neuer Teenager. In Zeiten, in denen die extreme Rechte den Umsturz propagiert und das Patriarchat sich neu formiert, stellt sich die Frage, ob wir den Aufstand in Schillers Räubern feiern oder fürchten.
Lucia Bihlers Inszenierungen sind voller einprägsamer Bildkompositionen und traumwandlerisch starker Setzungen. Mit Die Räuber stellt sich die Regisseurin erstmals dem Bochumer Publikum vor.
Audio Inhalte
Informationen zum Stück
- Die Räuber
- von Friedrich Schiller
- Regie: Lucia Bihler
- Mit: Jakob/Joscha, Jakob/Benedikt, Sylvia Andura, Eftelia Bali, Henriette Brandt, Claudia Chur-Stiens, Michelle Diener, Samira Dokoohaki, Dominik Dos-Reis, Henrike Dusella, Jasmin Freerksema, Jennifer Hagenguth, Monika Hufnagel, Stacyian Jackson, Nina Karsten, Susanna Keye, Pauline Lahme, Lelia Lanz, Anne Leopold, Oliver Möller, Annika Naßwetter, Carina Olmes, Viktoria Pfeiffer, Johanna Schlüter, Jakob Schmidt, Johanna Treffts, Alexander Wertmann, Maren Winkler, Payam Yazdani, Katharina Örnek
- Ort: Schauspielhaus
- Dauer: ca. 1:40, keine Pause
- Premiere: 20.06.2026
- Sprache: DE EN
Vorstellungen
19:30 — 21:10
Schauspielhaus
+ Einführung 19:00
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Beteiligte
- Regie: Lucia Bihler
Alle Beteiligten
- Regie: Lucia Bihler
- Bühne: Paula Wellmann
- Kostüm: Leonie Falke
- Lichtdesign: Bernd Felder
- Musik: Jacob Suske
- Choreografie: Felicitas Madl
- Dramaturgie: Angela Obst
- technische Produktionsleitung: Lisa Schwarz
- Stellwerker: Toni Mersch
- Regieassistenz: Linda Hecker
- Bühnenbildassistenz: Isabela Voicu
- Kostümassistenz: Lara Türkcü
- Regiehospitanz: Leonie Wendt
- Bühnenbildhospitanz: Jeronimo Latz
- Dramaturgiehospitanz: Eleonora De Pace
- Kostümhospitanz FSJ: Bruno McGettrick
- Soufflage: Tanja Grix
- Inspizienz: Nora Köhler
- Chorleitung: Susanna Keye
- Übertitelung: Holger Rademacher, Sabine Heil
- Sprachcoaching: Roswitha Dierck
- Pädagogische Begleitung: Johanna Cadenbach, Annette Brinkmann
- Beleuchtungsstatisterie: Aske Kilfitt, Robert Klohe
Rollenbesetzung
- Karl: Alexander Wertmann
- Franz: Dominik Dos-Reis
- Amalia: Stacyian Jackson
- Alter Moor: Oliver Möller
- Räuber: Jakob Schmidt, Payam Yazdani
- junger Karl: Jakob/Joscha
- junger Franz: Jakob/Benedikt
- Chor: Sylvia Andura, Eftelia Bali, Henriette Brandt, Claudia Chur-Stiens, Michelle Diener, Samira Dokoohaki, Henrike Dusella, Jasmin Freerksema, Jennifer Hagenguth, Monika Hufnagel, Nina Karsten, Susanna Keye, Pauline Lahme, Lelia Lanz, Anne Leopold, Annika Naßwetter, Carina Olmes, Katharina Örnek, Viktoria Pfeiffer, Johanna Schlüter, Johanna Treffts, Maren Winkler
Bilder
© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
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© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
© Jörg Brüggemann / Ostkreuz
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Pressestimmen
Pressestimmen
„Eine der besten Inszenierungen der Schauspiel-Saison in Nordrhein-Westfalen. Was für ein Abend! Selbst Schiller-Kenner und Verehrer, selbst Puristen, die verschmerzen müssen, dass mehr als die Hälfte des Textes gestrichen ist und ein paar deftige Eingriffe regieren, werden sich der Kraft dieser Inszenierung nur schwerlich entziehen können. Sie ist Thriller und Groteske, ist tagespolitisch grundiert, ohne oberflächlich zu sein, ist gespickt mit doppelten Böden. Vor allem nimmt sie uns als radikal reduziertes Kammerspiel mit größter Intensität gefangen. 105 pausenlose Minuten lang. Lucia Bihlers Bochumer Regie-Debüt wurde Samstagabend zum Triumph.“
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Lars von der Gönna
„Eine phantastische Inszenierung, die Schillers Räuber komplett neu denkt, die Unterdrückung der Frauen aufzeigt und sie am Ende hochleben lässt. Sie sind die Heldinnen dieser Inszenierung. [...] Unbedingt reingehen!“
kultur.nrw, Kerstin Edinger
„Die Inszenierung oszilliert hervorragend zwischen einer starken Bühnen- und Spielästhetik einerseits und einer stringenten, unaufdringlichen Auseinandersetzung mit dem Gefangensein in gesellschaftlichen Strukturen wie dem Patriarchat und veralteten Rollenbildern sowie deren Folgen andererseits. Lucia Bihler beweist wieder einmal eindrucksvoll, dass eine nuancierte Auseinandersetzung mit relevanten Themen und eine starke Bühnenästhetik bemerkenswert selbstverständlich zusammenfinden können.“
theater:pur, Giuseppe Chirico
Mehr Pressestimmen
„Einfach großartig [...] Die Zuschauer hält es nicht auf den Sitzen.“
Ruhr Nachrichten
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Ronny von Wangenheim
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